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Osteopathie
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Osteopathie

Definition

Indikationen

Geschichte

Kontraindikation

Osteopathie Geschichte

Osteopathie Praxis
im Klinikum Karlsruhe
Klaus Czepan

Gesundheit finden . . . ist ein Weg

Professioneller Osteopath

Ich arbeite rational naturwissenschaftlich evidenzbasiert und handfest gemäß AWMF Leitlinien und Cochrane Reviews. Deshalb reicht mir in der Regel ein Termin, um Wesentliches zu klären. In der Regel gibt es zeitnah einen Termin. Ich orientiere mich am Beruf eines Osteopathic Physician D.O der USA. Dies ist ein Arzt der wissenschaftlichen, evidenzbasierten Medizin.

Professionelle Osteopathie

Sollte nach einmaliger manueller Behandlung keine Beschwerdefreiheit oder keine Besserung der Beschwerden spürbar sein, dann ist eine derartige Behandlung allein nicht sinnvoll und man muß mit anderen Methoden nach Ursachen suchen. Dieses Prinzip gilt für jede Form professioneller manueller Behandlung.

Geschichte der Osteopathie

Es gibt zwei unterschiedliche Entwicklungen der sogenannten Osteopathie. Da ist zum einen die Geschichte der Osteopathie in den USA vom "Osteopath D.O." zum "Osteopathic Physician D.O." der wissenschaftlichen Medizin. Die andere Osteopathie Geschichte in Europa ist Osteopathie als "Alternativmedizin".

Im Internet findet sich fast nirgendwo die wahre Geschichte der Osteopathie. Ich habe mir erlaubt, das Schweigen zu durchbrechen und die Wahrheit der Osteopathie Geschichte offen zu legen. Dies ist meiner Meinung nach der notwendige Weg, um das Heilverfahren "Osteopathie" von Müll zu entrümpeln und um seine rationalen Verfahrensanteile im klinischen Kontext vernünftig anwenden zu können.

Damit hoffe ich auch die Gesundheitsbehörden unterstützen zu können in ihrer Einschätzung "Der Osteopathie", die es als definierte Einheit geschichtlich bedingt gar nicht mehr gibt.

Osteopathie Geschichte
Osteopathie in Deutschland

Zunächst einmal ist ´Osteopathie´ in Europa keine medizinische Fachrichtung, sondern ein Marketingkonzept der "Alternativmedizin". Im deutschen Gesundheitswesen gibt es keinen Beruf eines ´Osteopathen´. Eine solche "Berufsbezeichnung" im Gesundheitswesen ist frei erfunden und eine unlautere Anmaßung. Nach deutschen Gesetzen darf Osteopathie als Heilkunde nur ausgeübt werden von Ärzten und Heilpraktikern. Dies bestätigt auch das Urteil des OLG Düsseldorf Az. I-20 U 236/13 vom 8. September 2015. Laut diesem Urteil ist den Physioptherapeuten generell die Ausübung der Osteopathie als Heilkunde gesetzlich verboten, wegen den mit der manuellen osteopathischen Behandlung verbundenen Risiken.

Osteopathie Geschichte
Osteopathie als Alternativmedizin

Osteopathie in Deutschland ist überwiegend Alternativmedizin und versteht sich als rein manuelle Behandlung auch aller inneren Organe, als sogenanntes "Drugless Healing" in der Tradition des 19ten Jahrhunderts. Vermarktet werden dabei von esoterischen Osteopathen die Heilung von Krankheiten durch manuelle Behandlung in der Tradition des manuellen Fundamentalismus aus der amerikanischen Osteopathie Bewegung, als dort der Kampf gegen die Medizin oberstes Gebot war.

Heutzutage ist jedoch jedem professionellen Osteopathic Physician D.O. der USA einsichtig: Mit manueller ´Osteopathie´ behandelt man keine Krankheiten oder genetischen Defekte, keine psychischen Störungen, keine "Schrei- und Spuckbabys", keine Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und keine "schiefen Köpfe", wie es in der weitverbreiteten pseudowissenschaftlich esoterischen Richtung der Osteopathie oft behauptet wird. ´Osteopathie´ ist zudem kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, es existieren dafür keine AWMF Leitlinien.

Diese Tatsache ist Grundlage der Entscheidung des LG Karlsruhe Az. 14 O 49/14 KfH III vom 14. November 2014 die feststellt, daß es keine wissenschaftlich abgesicherten Indikationen für eine manuelle osteopathische Behandlung zur Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden gibt.

Osteopathie Geschichte
Fundamentaler Unterschied
Osteopathie USA - Europa

Im Gegensatz zu Europa ist in den USA ein ´Osteopathic Physician D.O.´ ein normaler Arzt der modernen wissenschaftlichen Medizin mit ZUSÄTZLICHER AUSBILDUNG in manueller Therapie (OMM / OMT Osteopathic Manipulative Medicine / Osteopathic Manipulative Therapy). Aufgrund Ihrer gleichwertigen wissenschaftlich medizinischen Ausbildung zum normalen Arzt und nur deshalb sind ´Osteopathic Physician D.O.´ in den USA den ´Medical Doctors M.D.´ faktisch gleichgestellt. Das hier in Europa und im Commonwealth protegierte Berufsbild eines rein manuell arbeitenden ´Osteopathen´ existiert seither in den USA überhaupt nicht mehr.

Osteopathie Geschichte
USA - Osteopathic Physician D.O.

Das Interesse der praktizierenden Osteopathic Physicians D.O. der USA scheint darin zu bestehen, ihre wissenschaftlich medizinische Ausbildung zum normalen Arzt der modernen Medizin auch historisch einwandfrei zu legitimieren. War es doch ein langer interner Kampf der "Osteopathen" der USA, bis die Medizin in dieser Bewegung gesiegt hat. Dieses Interesse an Geschichtsglättung beherrscht die offizielle Geschichtsschreibung und diverse "Biographien" über A.T. Still, den Begründer des Marketingkonzepts "Osteopathy" (Osteopathie).

Osteopathie Geschichte
Osteopathie gegen "Schulmedizin"

Die Geschichte der Osteopathie-Bewegung zeigt, daß die Osteopathie von Beginn an bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein noch den Kampf gegen die Schulmedizin proklamiert hat und aus diesem Grunde noch einige Jahrzente des zwanzigsten Jahrhunderts von offizieller Seite der Regierung der USA als Sekte eingestuft wurde. Das Selbstverständnis der heutigen "Osteopathic Physicians", also von Ärzten der wissenschaftlichen "Schulmedizin", kollidiert mit der wahren Geschichte der Osteopathie und ihres Begründers A. T. Still. Mit ihm als Gründer und Aushängeschild der Osteopathiegeschichte hat man einfach keine geschichtlich vorzeigbare, medizinisch "Saubere Weste".

Osteopathie Geschichte
Geschichtsfälschung Märchen Mythen und Legenden

Diesen Konflikt hat man bisher weitgehend so gelöst, daß man sowohl dem Vater A. Still als auch A. T. Still selbst, nach deren Tod dreist ein "M.D.", also das "professional degree" der wissenschaftlich medizinischen Ärzte zufabuliert hat. So entstand die dreiste Lüge, die innerhalb und außerhalb der Osteopathie Bewegung als Wahrheit verkauft wird, daß A.T. Still sich angeblich als "Arzt von der Schulmedizin abgewandt hat, als er als Arzt den Tod einiger seiner Kinder nicht habe verhindern können." Ebenso unhistorisch ist die Legende, A.T. Still habe die Osteopathie erfunden durch eine plötzlich Eingebung, als er sich mit dem Kopf auf einer Schaukel liegend selbst behandelt haben soll. Dies sind interessengeleitete dreiste Geschichtsfälschungen. Die wahre Geschichte der Osteopathie muß erst noch geschrieben werden. Die Widerstände dagegen sind immens.

Osteopathie Geschichte
Osteopathie ist Heilkunde

Das Interesse der verschiedenen Verbände der europäischen Osteopathiebewegung ist nicht einheitlich. So wollen die "Osteopathen" der Länder, in denen es den gesetzlich geregelten Beruf eines "Osteopathen" gibt, diesen auf einen "Fachmann" für rein manuelle Behandlung festlegen. Hingegen wollen approbierte Ärzte in Deutschland die "Osteopathie" zusätzlich zu ihrem Beruf ausüben und konkurrieren dabei mit den Heilpraktikern. Beide Berufsgruppen wiederum versuchen die Physiotherapeuten als Klientel zu gewinnen, obwohl diese die Osteopathie als Heilkunde nicht ausüben dürfen.

Osteopathie Geschichte
´Ganzheitliche Osteopathie´
Esoterik der "Alternativmedizin"

Um den eigenständigen Beruf des Osteopathen zu legitimieren, braucht man mehr als einen "osteopathischen" Physiotherapeuten für die Behandlung des Bewegungsapparats. Dazu braucht man den "ganzheitlichen Osteopathen". Dieser soll mit seinen Händen ALLE Organe bis ins Zentrum des Körpers hinein "selbsheilen" können, "ganzheitlich", auch bei Erkrankungen. Dabei schreckt man im Eifer des Gefechts nicht davor zurück, selbst die dunkelsten Winkel und Ecken der Metyphysik, Pseudowissenschaft und Esoterik zu bemühen. Anfällig für derlei pseudowissenschaflichen Humbug sind alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Man ist versucht, dabei an einen kollektiven Wahn zu denken, wie Sigmund Freud ihn beschrieb.

Auch von dieser Seite scheint kein Interesse zu bestehen, den US-amerikanischen Begründer des Marketingkonzepts "Osteopathie" und den Kampf gegen die Schulmedizin so darzustellen, wie er in Wahrheit war. Denn dann müßte man zugeben, daß die "Osteopathie" nichts Originäres ist. Wie wollte man denn noch den "Kampf um den Beruf eines Osteopathen" begründen, wenn man offiziell zugeben müßte, daß die "Osteopathic Physician D.O." der USA normale Ärzte der evidenzbasierten Medizin sind und schon lange keine "Osteopathen" mehr?

Osteopathie - Geschichte
A.T. Still, der angebliche "Erfinder" der Osteopathie

Der Begriff "Osteopathy" (Osteopathie) geht zurück auf den US Amerikaner A. T. Still (1828 - 1917), der im amerikanischen Sezessionskrieg ein hospital steward (Lazarettverwalter) war. Im Alter wollte er sich eine Rente erschleichen mit der Behauptung, er sei im Bürgerkrieg Chirurg gewesen. Damit hatte er keinen Erfolg, denn die Personallisten der US Army über die eingesetzen Chirurgen wurden zur Zeit des Bürgerkriegs korrekt geführt und archiviert. Nach dem Bürgerkrieg übte er offiziell den Beruf eines "Mechanikers" aus, obwohl er nur einen Kurs in "Mühlenkunde" besucht hatte. Später verdiente er Geld als "Magnetic Healer" (Handaufleger). Arzt war er nie gewesen.

1892 erfand A. T. Still den Marketingbegriff "Osteopathy". Dieses ist im Wesentlichen eine mechanistisch freireligiöse Umdeutung eines alten Heilverfahrens, als dessen Erfinder er sich ausgab. Ähnliche Überlegungen und die "osteopathischen" Techniken selbst waren zuvor von anderen veröffentlicht worden. Das Neue daran war, daß er für diese sehr alten europäischen Familientraditionen ein eigenes Unterrichtskonzept entwarf. Wie D. D. Palmer und viele andere in dieser Zeit, gründete A. T. Still eine eigene Heilbewegung, die er sektenmäßig von der Medizin abgrenzte.

Osteopathie Geschichte
Die Stärken von Andrew Taylor Still

Als religiös geprägter Freigeist zur Zeit der ersten industriellen Revolution glaubte A.T. Still vor allem an die Mechanik. Seine starke Seite bestand in seinem unbändigen Glauben an die heilsame Kraft gesunder Körpermechanik. Entsprechend seiner Denkweise war er immerwährend mit der Erfindung und Optimierung von Apparaten und deren Marketing beschäftigt. Diese Passion übertrug er auf seine Sichtweise der Menschen und sah sie als zwar störanfällige Apparate, ansonsten aber als perfektes Werk eines Schöpfergottes. Alle Erkrankungen verstand er in seiner einfachen Logik immer nur als Folge einer gestörten Mechanik des Bewegungsapparates.

Aus heutiger Sicht betrachtet war A.T. Still einer der Pioniere, die der systemischen Funktion des Bewegungsapparat und seinen Strukturen einen neuen Stellenwert in der Medizin verschafften. A.T. Stills Marketingkonzept für "Osteopathie" (Osteopathy) umfaßte relativ zeitnah zum Start seines Unterrichtskonzepts auch den Bau eines Krankenhauses (infirmary) für Osteopathie. Indem A.T. Still sich eine alte europäische manuelle Heilkunde aneignete und vermarktete wurden diese Techniken nicht vergessen, sondern zum Reimportschlager nach England und ab ca. 1927 nach Deutschland. Dies ist der wahre Verdienst von Andrew Taylor Still.

Osteopathie - Geschichte
A.T. Still, der angebliche "Arzt"

Osteopathy wurde in den USA noch einige Jahrzehnte nach Beginn des 20ten Jahrhunderst von der US Regierung offiziell als Sekte eingestuft. Offensichtlich um jedwede Diskussion über die sektenmäße Vergangenheit zu unterdrücken wird weiterhin dreist behauptet, A.T. Still sei schulmedizinischer Arzt gewesen und bereits sein Vater A. Still hätte den Titel eines M.D. innegehabt und sei Arzt gewesen.

Reverend A. Still, der Vater von A. T. Still, war ein "Circuit Rider" der Methodisten, ein Wanderprediger, welcher Siedler im Wilden Westen religiös umsorgte. Da er kein Arzt war, konnte er seinen Sohn A. T. Still auch nicht zum Arzt ausbilden, wie die Sektenpropaganda manchmal behauptete. A. T. Still hat niemals eine Ausbildung zum Arzt angefangen, gab aber an, während des Sezessionskrieges als Chirurg tätig gewesen zu sein, um eine entsprechende Pension zu erhalten. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt, da er ja niemals eine entsprechende Ausbildung absolviert hatte. Er nannte sich selbst "Dr. A. T. Still", täuschte damit im "Wilden Westen" dreist eine Ausbildung zum Arzt vor und wurde dementsprechend in den Publikationen seiner Anhänger als "old doctor" bezeichnet. Posthum nennen ihn Propagandisten heute fälschlich sogar "A. T. Still M.D." (Medical Doctor), obwohl er dieses "professional degree" der Universitäten selbst nie benutzt hatte. In Wahrheit praktizierte er in den 1870er Jahren das "Magnetic Healing", ca. 10 Jahre vor D. D. Palmer, dem Begründer der Chiropraktik.

Osteopathie Geschichte
A.T. Stills Bruder war Arzt

Im Gegensatz zum Vater von A. T. Still und zu ihm selbst, hat A.T. Stills Bruder, TJ. M. Still M.D. seine Ausbildung zum Arzt bereits 1864 an einer Medical School vollständig absolviert und dafür das "professional degree" "M.D." erhalten. Dies widerlegt die osteopathische Sektenpropaganda, man habe zu der Zeit allgemein in Amerika keine ordentliche Arztausbildung absolviert und A. T. Still habe sich als "Arzt enttäuscht von der Medizin abgewandt." Stattdessen war es so, daß dieser A. T. Still zuerst als Magnetic Healer (Magnetiseur bzw. Handaufleger) und später als "Lightning Bone-setter" inserierte und dabei manuelle Behandlungstechniken vermarktete, welche bereits in diversen medizinischen Fachpublikationen unterrichtet wurden und die er von einem Magnetic Healer in der Nähe gelernt hatte, der zu dieser Zeit bereits ein Krankenhaus für Magnetic Healung betrieb.

Osteopathie Geschichte
Der wahre A.T. Still war "Magnetic Healer" und "Lightning Bone-Setter"

Sowohl A. T. Still, der Erfinder des Namens "Osteopathy", als auch der Begründer der Chiropraktik, D. D. Palmer lebten zur gleichen Zeit und nicht weit voneinander entfernt. Sie waren beide keine Ärzte, sondern "Magnetic Healer" (Handaufleger) und hatten dies beide bei einem bekannten Magnetiseur in ihrer Nähe gelernt, der zu dieser Zeit bereits ein Krankenhaus für "Magnetic Healing" betrieb. Dies war ein Anreiz, geschäftlich auf diesen Zug aufzuspringen und es ihm gleich zu tun. Das Marketing sollte über die Zukunft entscheiden.

Das Jahr 1874, welches als Gründungsdatum der Osteopathie angegeben wird, ist falsch, denn in diesem Jahr war der in der staatlichen Volkszählung als "Mechaniker" verzeichnete A. T. Still als Mitinhaber eines Patents eingetragen für eine Butterherstellungsmaschine beteiligt. Um diese Zeit herum erst erlernte er auch das "Magnetic Healing" (Handauflegen), welches eine der weitverbreitetsten Modetherapien der damaligen Zeit in den USA war. Später nannte er sich "Lightning Bone-Setter". Daraus wurde "Osteo-path", eine krude, simple Latinisierung.

Der unbestrittene Verdienst von A.T. Still und D. D. Palmer lag in der Sammlung alter manueller Behandlungstechniken und in der Erarbeitung jeweils eigener Unterrichtskonzepte. Sie bildeten so jeweils eigene Gefolgschaften aus, die sich bis heute nicht vertragen.

Osteopathie - Geschichte
Mechanischer Gott - A.T. Still, der angebliche "Philosoph"

Osteopathie und Chiropraktik waren in den USA bei ihrer Gründung fundamental freireligiös motivierte Medizinsekten. "D.O." als "Doctor of Osteopathy" war eine Berufsbezeichnung im Bereich dieser Sekten, ebenso wie der D.C. als "Doctor of Chiropractic". Man glaubte damit, zu Beginn des 20ten Jahrhunderts, mit dem ärztlichen Abschluß M.D. an den Universitäten konkurrieren zu können.

A.T. Still und D.D. Palmer versahen ihre Marketingprojekte mit einer Mischung aus Freimaurertum, Vitalismus und Iatromechanik, mit der sie die universale Gültigkeit manueller Behandlung zur Heilung aller Krankheiten begründeten, auch die aller inneren Organe. Die innere Gabe von Medikamenten lehnten beide kategorisch ab, egal um welche Erkrankung es sich handelte. Dabei waren sie sich einig.

Die Ablehnung der medizinischen Medikation war der Konsens in allen nichtmedizinischen Heilverfahren in Europa und Amerika zu dieser Zeit. Dieser bornierte Glauben an eine unbegrenzte Wirkung rein physikalischer Methoden beeinflußte auch auch die Medizin und war Ausdruck der gesellschaftlichen Euphorie und der Hoffnung auf Erlösung durch die neuen Kräfte der physikalischen, mechanisch, hydraulisch, industriellen Revolution, Erlösung durch Dampfmaschinen, Kinematographen, Luftschiffe und den Eifelturm. Der ehemals spirituelle Gott mußte somit zum perfekten Mechaniker konvertieren. Dies ist das Credo des manuellen Fundamentalismus.

Die Loge - Die heimliche Osteopathie Geschichte

Inspiriert zu seinen mechanistisch religiösen Hypothesen der angeblichen Wirkungsweise der von ihm gesammmelten manuellen Techniken wurde A.T. Still von der Ideologie einer Loge der Freimaurer, in die er sechs Wochen nach dem Tod seines Vaters, einem methodistischen Wanderprediger aufgenommen wurde. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde er dort akzeptiert, man traute ihm wohl nicht so recht über den Weg. Diese Sekte baute später auch ansehnliche Tempel im Geburtsort der "Osteopathy". A.T. Stills Söhne waren in ihr auch sehr aktiv.

Diese fundamental religöse Sekte aus der Zeit der Aufklärung und ihre Ideologie war vor allem auch in Nordamerika weit verbreitet und wurde im amerikanischen Bürgerkrieg vom Präsident der Nordstaaten protegiert. So genossen auf seine Anweisung hin Gefangene der Südstaaten Privilegien, die dieser fundamental religiösen Bewegung angehörten. Der Schöpfer gilt darin als der perfekte Mechaniker.

Spiritismus - Die unerwünschte Geschichte der Osteopathie

Im Zeichen des Aufbruchs in eine "Neue Gesellschaft" vor und nach dem amerikanischen Bürgerkrieg wollten viele US Amerikaner einen "Neuen Menschen" formen. Direkter Kontakt zum Jenseits und Charakterbildung waren wichtig. In diesem Zusammenhang gewannen auch spiritistische Bewegungen an Boden. Mittels Tischrücken und Séancen nahmen Teile des "aufgeklärten" Bürgertums Kontakt zum Jenseits auf, um sich von den Geistern der Pharaonen, eingebildeten Engeln und anderem Hirngespinnst unter anderem auch literarische Eingebungen zuflüstern zu lassen. Auch A.T. Still ließ sich beim Schreiben seiner Bücher und der Kapitelaufteilung auf derartige Art und Weise durch den Spiritismus "inspirieren".

Osteopathie Geschichte
Hysteriebehandlung - Geschichte der viszeralen Osteopathie

Die in Europa angewandte manuelle Behandlung innerer Organe stammt aus der Tradition der Hysteriebehandlung des 19. Jahrhunderts. Diese Techniken wurden von der Osteopathie erst sehr viel später übernommen. Man findet diese, teils gefährlichen Techniken zur angeblichen "Behandlung innerer Organe", heute wieder in der "Alternativ" - Osteopathie. Diese Techniken hatte man in Europa schon lange wieder begraben wegen ihrer Sinnlosigkeit, bis sie geschäftstüchtige französische Osteopathen wieder ausgegraben und vermarktet haben, diesmal als "viszerale Osteopathie". Die neue Variante dieser "Techniken" hat sich der Welle des "Soft-Touch" (Handauflegen) verschrieben. Aufgrund des Risikos der Verursachung innerer Verletzungen mit den "direkten", massiven Druck- und Schiebe-Techniken vermute ich schwere Zwischenfälle als Ursache des Gesinnungswandels weg von den "direkten Techniken" hin zum "Soft Touch".

Charakterformung
Beulenkunde am Schädel
Kraniale Osteopathie Geschichte

In Medizin und Psychiatrie des 19. Jahrhunderts, vor allem auch in der bürgerlichen Gesellschaft der USA herrschte die Meinung vor, daß ein ausgeglichener Charakter und gute Begabung von einer symmetrischen Hirnform abhänge, die sich ebenso in einer einwandfrei symmetrisch runden Kopfform zeige. So fand die Idee einer mechanischen Kopfformgestaltung günstige Umstände vor in der breiten Volksbewegung der Charakterformung. Herstellung charakterlicher Ausgeglichenheit durch einen symmetrischen Kopf begeistert auch heute wieder ein breites Publikum in der kraniosacralen Szene.

Die Osteopathie bot dazu eine Kompressions-, Schiebe- oder Zugbehandlung, die auch am Kopf ausgeführt wurde. Dazu waren teils mehrere "Osteopathen" gleichzeitig am Ziehen und Drücken. Seit den 1980er Jahren wurden diese Techniken durch "Soft Touch" (Handauflegen) ersetzt. Dies ist heute in allen Varianten der kraniosacralen oder craniosacralen Therapie die übliche Vorgehensweise.

Osteopathie Geschichte
Die esoterische Kopfbehandlung

Vom seit ca. 1980 am Kopf angewandten "Soft Touch" unterschieden werden muß demnach die ursprüngliche osteopathische Behandlung, welche meist mit hohem Druck oder Zug auf dem Gewebe arbeitet. Diese schon sehr früh von der Osteopathie aufgegriffene "direkte" Schiebe- und Drucktechnik am Kopf bezeichnete man später als "Osteopathie im Kopfbereich" (engl. Osteopathy in the Cranial Field).

Es herrscht hier in entsprechenden esoterisch pseudowissenschaftlich orientierten Kreisen die Ansicht, daß man diese Techniken zur Heilung von organischen und psychischen Krankheiten, Verhaltensauffälligkeiten und genetischen Defekten einsetzen könne. Vieles erinnert da an die USA im 19. Jahrhundert. Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre der Stellungnahme zur Kraniosakraltherapie und zum Kiss-Syndrom aus der Liste der Stellungnahmen der Gesellschaft für Neuropädiatrie und die Kenntnisnahme des aktuellen Standes der Naturwissenschaften.

Osteopathie Geschichte
Die Stärken von William Garner Sutherland

William Garner Sutherland wurde von Andrew Taylor Still in Osteopathie ausgebildet. Er beschäftigte sich vor allem mit den Möglichkeiten der Erreichung einer möglichst neutralen Position des Bewegungsapparates, von der aus dieser sich mit möglichst wenig Kraftaufwand in alle Richtungen bewegen kann. Behandlungsprinzipien und Techniken waren nicht neu, sondern stammen aus traditionellen europäischen Heilverfahren. Dieser traditionelle Behandlungsaufbau umfaßte neutrale Positionierung, lokalen Druck und den Einsatz der Atmung.

Diese Prinzipien übertrug Sutherland auch auf sein Modell einer mechanisch gedachten Bewegung aller Schädelknochen zueinander und versuchte für alle Teile des Gehirn- und Gesichtsschädels durch Anwendung seiner manuellen Behandlungsprinzipien einen möglichst optimalen funktionellen Neutralpunkt zu erreichen. Dabei dachte er sich die Gesamtbewegung aller Teile von Innen her verursacht, also vom Inhalt des Gehirnschädels ausgehend als einer Art "Innerer Atmung". Diese Hypothese ist pseudowissenschaftlich und unhaltbar. Eine minütlich permanent rhythmisch von innen her durch Gehirn und Hirnwasser erfolgende Veränderung der Schädelform ist Unsinn.

Während der Zeit des Körperwachstums wirken permanente innere und diverse äußere Kräfte von Nahrungsaufnahme, Lagerung und Körperbewegung bei der Bildung der Schädelform zusammen. Der Kopf ist nur eine der komplexen Integrationseinheiten zwischen dem globalen, gesamten Halte- und Bewegungsapparat und allen Organfunktionen, nicht nur den regional nahen Funktionen wie Kopfbewegung, Atmen, Kauen, Schlucken, Lautbildung, Sehen, Hören, Riechen; Schmecken usw. Er ist im wahrsten Sinne "das Ende der Fahnenstange", das "oberste Stockwerk" und ohne Einbeziehung des gesamten Hauses in die Überlegungen funktionell nicht vorstellbar.

William Garner Sutherlands einzigartiger Verdienst für die manuelle Medizin liegt in der Beschäftigung mit der Wirkungsweise und den therapeutischen Möglichkeiten einer optimalen funktionellen Mitte des gesamten, des regionalen und lokalen Bewegungsapparates unter Einbeziehung des Kopfes. Für ihn war das Erreichen einer optimalen individuellen, globalen, regionalen und lokalen funktionellen Mitte der Schlüssel zum Behandlungserfolg. Damit erreichte er es, daß eine alte europäische Heiltradition nicht in Vergessenheit geriet.

Leider wird W.G. Sutherland meist nur mit den Hypothesen einer autonomen pulsierenden Gehirnbewegung in Verbindung gebracht. Dies wird zumeist noch mit esoterischen Hypothesen aus der "Carniosacralen Therapie" garniert, wie der Idee einer "permanenten rhythmischen Wiederholung derembryologischen Rotationen aller Organ- und Gehirnteile". Dazu beschäftigt sich die esoterische Osteopathie ausführlich mit den Entwicklungsbewegungen des Kindes im Mutterleib. Für eine vernüftige manuelle Behandlung ist das aber völlig irrelevant.

Osteopathie Geschichte
W.G. Sutherland, der angebliche "Erfinder" der Kopfbehandlung

Die Idee einer Kopfbehandlung stammt aus der Schweiz. Die Behandlung von Schädelnähten stammt urprünglich von einem amerikanischen Chiropraktiker. Er praktizierte dies lange vor der Osteopathie. Die Chiropraktische Bewegung wollte aber davon nichts wissen und stürzte sich auf die Behandlung des ersten Halswirbels, des "Atlas". Sie erkannte aber in den 1970er Jahren den Unsinn dieser Vorgehensweise.

Die mechanisch hydraulischen Hypothesen zur Kopfbehandlung erfand der amerikanische Osteopath W.G. Sutherland. Behandelt wurde mit teils starkem Druck oder Zug auf dem Kopf und nicht mit "Soft Touch" (Handauflegen). In dieser Tradition standen seine Schüler, allesamt "Osteopathic Physicians" (U.S. amerikanische Ärzte, die an "Osteopathic Colleges" ausgebildet wurden) R. Becker, R. Fulford, A. Wales.

Laut R. Brooks M.D., einer Schülerin von R. Becker und Herausgeberin seiner Schriften, griff R. Becker nicht nur auf die Hypothesen Sutherlands zurück, sondern auch auf eine esoterische Pseudophysik des Lichts. Die handschriftlichen Notationen finden sich in seinen Originalunterlagen. Deshalb spielt die Pseudophysik des Lichts in der esoterischen Richtung der Osteopathie eine zentrale Rolle spielt, ist sie doch die konsequente Weiterführung der Gedankengänge R. Beckers. So ergibt sich ein Wettlauf zwischen der pseudowissenschaftlichen Begründung "der Osteopathie", der Craniosacralen Therapie und Strömungen der Chiropraktik, wer die bessere "Quantenheilung" vollzieht. Diese Art manueller Fundamentalismus ist das trojanische Pferd der Pseudowissenschaft in der manuellen Medizin. All dies ähnelt meiner Meinung nach einem kollektiven Wahn, wie Sigmund Freud ihn bereits beschrieben hat.

Osteopathie Geschichte
Biodynamische Osteopathie - Trance und Wellness Markting

Im Unterschied zu den ursprünglich auch von W. G. Sutherland angewandten Kompressions- und Zugtechniken, die auch von A. Wales, R. Fulford und R. Becker bis zur Beendigung ihrer praktischen Tätigkeiten ausschließlich so ausgeübt wurden, nennt man die seit Mitte der 1980er Jahre eher passiv, bzw. mit minimaler Intervention ausgeführten, sanften manuellen Trancetechniken, heute "Kraniale Osteopathie" oder "Biodynamische Osteopathie". Man unterrichtet den sogenannte "Soft Touch" in Konkurrenz zur neu in den 1970er Jahren entstandenen "Craniosacralen Therapie". Sie unterscheiden sich nur in Nuancen. Auch Chiropraktoren zogen im Marketing nach mit "Biodynamischer Quantenheilung".

Dieser sogenannte "Soft Touch" kann zu einer Art Hypnose bzw. Trance mittels Berührung führen, trotz anderslautender hypothetischer Erklärungsmodelle dieser Methode. Man begleitet den Klienten dabei auf die für ihn mögliche "tiefste" Ebene der stillen inneren Wahrnehmung und des in sich Ruhens. Gleichzeitig ensteht ein für dieses Erleben typisches fokussiertes Selbstempfinden. Die Assoziationshilfen während der Ausbildung der Therapeuten in Cranialer Osteopathie / Kranialer Osteopathie schwanken je nach Zeitgeist.

Der seit den 1980er Jahren Einzug haltende, sogenannte "Soft Touch" ist kein Widerspruch zur Behandlung mittels Kompression, Zug, Druck und Bewegung während eines Behandlungsablaufs. Wird er nur als alleinige Technik zugelassen, dann entspricht dieses Vorgehen dem Satz Mark Twains: "Wenn man nur einen Hammer hat, dann ist jedes Problem ein Nagel." Die sogenannte "Sanfte Berührung" paßt sehr gut in das Marketingkonzept einer Wellness Behandlung in schöner Umgebung mit Wohlfühleffekt in berührungsfeindlicher Zeit. Diese "sanfte", esoterische Variante der Osteopathie knüpft damit wieder an die manuelle Hysteriebehandlung des 19. Jahrhunderts an.

Osteopathie Geschichte
Vom Saulus zum Paulus - Osteopathie und ihr Kampf gegen die Medizin

Die beiden Sekten Osteopathie und Chiropraktik behaupteten, alle Krankheiten mit ihrer "einzig wahren" manuellen Methode heilen zu können. Ähnlich wie beim Jesus-Marketing mancher Pfingstkirchen, sollte dies nur mit den Händen und ohne Einnahme von Medikamenten möglich sein. So wurde das Auftreten von A. T Still in manchen Artikeln der damaligen Zeit mit der heilenden Tätigkeit von Jesus verglichen.

Nach Meinung der Sektengründer A. T. Still und D. D. Palmer sollten also alle Krankheiten wie z.B. Tuberkulose, Cholera, Tumore, Herz- und Kreislauferkrankungen usw. nur durch ihre manuelle Behandlung und ergänzende äußere Anwendung von chemische Präparaten geheilt werden. Solcherlei "Anwendungsbereiche" galten bereits in der europäischen manuellen Heilkunde in der damaligen Zeit.

Die Chiropraktik wollte dieses Ziel einer rein manuellen Heilwirkung durch die "Korrektur von verschobenen Wirbeln" mittels manuellem Impuls, die Osteopathie durch die Anwendung manueller Hebel-, Dreh- und Drucktechniken erreichen. Als Teil ihres Kampfes gegen die Medizin wurde von D. D. Palmer (Chiropraktik) und A. T. Still (Osteopathie) jegliche innere Anwendung von Arzneien vehement abgelehnt.

Osteopathy USA - von der Sekte zur modernen Medizin

Die USA haben eine eigenständige Enwicklung ihres Medizinsystems. Gerade in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg überwiegte deutlich die Quacksalberei und gut ausgebildete Ärzte gab es kaum. Man behalf sich damit, dass jemand Arzt sein durfte, wenn er bei einem, der an der Ostküste oder in Europa ausgebildeten Ärzte hospitiert hatte. Gute Medizinschulen gab es vor dem Bürgerkrieg nur sehr wenige. Nach Veröffentlichung des Flexner Report Medical Education in the United States and Canada mussten viele der Medizinschulen schließen, weil sie die Mindestanforderungen nicht erfüllten, den Osteopathie Schulen drohte die Schließung aufgrund starker Qualitätsmängel ihrer Ausbildungsprogramme.

Schon zur Zeit des 1. Weltkriegs wusste man in der Medizin, dass manuelle Osteopathie keine Krankheiten heilt, so wie sich das A. T. Still, Sohn eines methodistischen Landpfarrers vorgestellt hatte. Im Gegensatz zu ihm hatte einer seiner Brüder eine Ausbildung zum Arzt absolviert. A. T. Still war der freimaurerische Begründer des lukrativen Marketingkonzepts "osteopathy" (Latinisierung für europäisches bone-setting), zuvor war er US Army hospital steward (Lazarettverwalter), Müllerlehrling, danach ein Magnetic Healer und er nannte sich großspurig "Dr. A. T. Still lightning bone-setter". Diese Selbst-Titulierung war in den Hochzeiten der amerikanischen Quacksalberei im Wilden Westen üblich. Aber A. T. Stills freimaurerisch religiöse Träume wurden bereits 1910 durch den Flexner Report der Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching beendet. Abraham Flexner wollte den medizinischen Standard Europas auch für die USA verbindlich machen. Laut dem " Flexner Report Medical Education in the United States and Canada" „strotzen die acht osteopathischen Schulen geradezu vor Kommerz. Ihre Kataloge sind eine Masse hysterischer Übertreibungen sowohl hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten als auch der Heilkraft der Osteopathie." (S. 163).

Als Folge des Flexner Reports erhöhten die Osteopathie Schulen die Stundenzahl an vormedizinischen und naturwissenschaftlichen Fächern in ihren Ausbildungsprogrammen. Damit rette man die eigene Existenz und wähnte sich unangreifbar. Der Kampf gegen die Medizin wurde seitens der Osteopathen als Teil des Drugless Healing Movements weiter verfolgt und Anwendung und Verschreibung von Medikamenten noch für einige Jahre vehement abgelehnt. 1923 urteilte der Justizrat der American Medical Association AMA, dass Osteopathie ein „medizinischer Kult“ sei und alle Osteopathen (DOs) unwissenschaftlich praktizierten. Kein Mitglied der AMA oder ihrer Unterorganisationen durfte fortan Osteopathie befürworten oder sich von einem Osteopathen (D.O.) beraten lassen. Unter diesem Druck der erfolgreichen modernen Medizin empfahl die American Osteopathic Association (AOA) 1927 u. 1929 den Osteopathieschulen der USA die Aufnahme der Materia Medica (Pharmakologie bzw. Arzneimittellehre) in die Ausbildung.

Das war der erste Schritt hin zur Integration in Richtung der bis dahin unter dem drugless-healing Banner von den Osteopathen heftig bekämpften "europäischen" Medizin. Die Einführung der supplementary therapeutics Kurse bei den US Osteopathieschulen 1929 markiert den Startschuss in der Ausbildung der US Osteopathen hin zu den Standards der heutigen Medizin. Ebenso änderte man 1929 die Berufsbezeichnung von osteopath D.O. zu doctor of osteopathic medicine D.O. und osteopathy wurde zu osteopathic medicine.

Es gab Widerspruch der "drugless-healing Osteopathen" und auch die Osteopathen im UK weigerten sich, dem zu folgen. Infolgedessen gab es im Vereinigten Königreich bis 2.000 den Berufabschluss Osteopath D.O. im Bereich der Alternativmedizin, im Gegensatz zum Arzt der wissenschaftlichen Medizin US osteopathic physician D.O. in der modernen Medizin.

Trotz der Übernahme der Arzneimittellehre in die Ausbildung in den 1930 Jahren wurde seitens der Regierung der USA die Osteopathie noch in den 1940er Jahren den medizinischen Sekten Christian Healing, Homöopathie und Chiropraktik zugerechnet, obwohl man seitens des osteopathischen Berufszweigs versuchte, die drugless-healing Geschichte zu vertuschen und die Widersprüche zu "glätten". So änderte man in den USA 1940 die Berufsbezeichnung in osteopathic physician D.O. Auch die 1892 gegründete American School of Osteopathy änderte mehrmals ihren Namen. 1925 wurde sie zum "Kirksville College of Osteopathy and Surgery" und 1971 umbenannt in "Kirksville College of Osteopathic Medicine". Seit 2001 avancierte sie zur privaten A.T. Still University. Seit Mitte der 1990er Jahre lautet in den USA die Berufsbezeichnung für das D.O. (first) professional degree "Doctor of Osteopathic Medicine" anstatt des "Doctor of Osteopathy".

osteopathic physician D.O.
osteopathische Medizin anstatt Osteopathie

Erst mit der Zeit und vor allem ab dem 2. Weltkrieg entwickelten sich die US Osteopathie hin zur modernen evidenzbasierten Medizin, während die Osteopathie in Europa und im Commonwealth sich weiterhin weigert, ihre von deutschen Gerichten offiziell festgestellte pseudowissenschaftliche und teils esoterische Alternativmedizin kritisch zu reflektieren.

In den USA, der einstigen Hochburg des Marketingkonzepts Osteopathie ist die Realität eingekehrt. Die moderne Medizin hat das alte Drugless Healing Kampfkonzept besiegt, als dessen Teil sich Osteopathie einst verstanden hatte. Das OMT Osteopathic Manipulative Treatment ist zur marginalen Randerscheinung innerhalb der medizinischen Tätigkeitsfelder der osteopathic physician D.O. geworden. Die wenigen Griffe aus dem umfangreichen Konzept der europäischen Tradition der bone-setter, welche Eingang gefunden hatten in die OMT, können heutzutage nicht mehr mithalten mit der modernen manuellen Medizin. Die europäische Osteopathie versucht trotzdem zu überleben, indem sie alles absorbiert, was sich an moderner manueller Behandlung und an systemischen Leibtherapien entwickelt hat. Man setzt das Wort "osteopathisch" davor und hofft, dass Osteopathic Manipulators dann diese Kurse besuchen, anstatt sich die Therapien in Original anzueignen. Das Konzept "Osteopathie" wird auch nicht besser, verpackt man es in Fachhochschul- oder universitäre Studiengänge und gibt ihm durch zusätzliche vorklinische Fächer einen medizinischen Anstrich, ganz in der Tradition der Reaktion der alten Ostopathen der USA auf den Flexner Report. Hunderte teure Ausbildungsstunden in Biologie, Chemie, Psychologie, Embryologie, Physik, Mathematik usw. können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das OMT Konzept pseudowissenschaftlich und teils esoterisch ist und den Kenntnissen und Fertigkeiten aktueller manueller Medizin hinterherhinkt.

Die Schwäche des alten manuellen Konzepts der OMT Osteopathic Manipulative Treatment wird erkennbar, sieht man sich die Zahlen an in den USA. Von inzwischen fast 170.000 osteopathic physician D.O. praktiziert kaum noch jemand die OMT. In 2018 gab es ca 90.000 osteopathic physician D.O., also Ärzte der modernen Medizin. Davon praktizierten 2018 nur noch ca 3.200 (3,58%) die OMT Osteopathic Manipulative Treatment. 2001 waren es noch ca. 5.500 (6,1%) gewesen. Selbst in dieser kleinen Gruppe der noch mit OMT manuell behandelnder osteopathischer Ärzte lag der Rückgang 2001 bis 2018 also bei 41,8 %. Dies bedeutet, dass weder die Studienlage, noch der massive Rückgang der OMT in den USA das eigenständige Berufsbild eines Osteopathen in Deutschland rechtfertigen können.

Osteopathen in Europa
European Osteopathic Manipulator

US osteopathic physician D.O. sind Ärzte der evidenzbasierten Medizin und haben nichts mehr gemein mit der pseudowissenschaftlich esoterischen Osteopathie der Osteopathen der Alternativmedizin in Europa und im gesamten Commonwealth. Deshalb benennen sie die im Commenwealth und in Europa ausgebildeten Osteopathen als "osteopathic manipulator".

In den USA ist ein osteopathic physician D.O. ein professional degree, gleichwertig dem M.D. Dieses D.O. ist ein professional degree (Berufsabschluss bestimmter Studiengänge) aber noch keine Promotion als Dr. oder Ph.D. Siehe: Denkströme, Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Heft 6 (2011)

Im Gegensatz zum Abschluss des ärztlichen Studiums in den USA mit dem professional degree D.O. als osteopathic physician D.O. ist in Deutschland die Bezeichnung D.O.M.R.O. ® eine einfallsreiche und rein markenrechtlich geschützte Buchstabenfolge für Marketing im Bereich der pseudowissenschaftlichen und teils esoterischen Alternativmedizin und hat im Gesundheitswesen keinerlei berufsrechtliche Relevanz, weshalb ich mir die Teilnahme an dieser teuren Marketing-Illusion erspart habe.

Die markenrechtlich eingetragene Wortmarke D.O. ® als Bezeichnung Osteopath D.O. ® hat im deutschen Gesundheitswesen ebenfalls keine berufsrechtliche Relevanz. Diese skurrile Imitation der ärztlichen Berufsbezeichnung D.O. in den USA im Bereich der modernen wissenschaftlichen Medizin für den Bereich der Deutschen Alternativmedizin grenzt eher an Prahlerei. Großbritannien hat diese, das USA D.O. imitierende Trittbrettfahrerei abgeschafft.

osteopathic physician D.O.
oder osteopathic manipulator?

In Großbritannien / United Kingdom gibt es keinen Gesundheitsberuf des Osteopathen im nationalen Gesundheitswesen / NHS National Health System. Osteopathen können in der Sparte "Integrative Medizin" im NHS tätig sein.

In Anerkennung des krassen Unterschieds in den Berufsausbildungen der Osteopathic Manipulators/Osteopathen im Vergleich zu den US osteopathic physician D.O., wurde in Großbritannien ab 1993 die zuvor ebenfalls benutzte Buchstabenkombination D.O. durch den Abschluss B.Sc. (hons), B.Sc. (ost) ersetzt.

Der Abschluss eines Master M.Sc. (ost), wie er in der Schweiz die Voraussetzung ist für die Berufsausübungsbewilligung als Osteopath im Gesundheitswesen, kann im U.K. durch einen Aufbaustudiengang erworden werden.

Im Vereinigten Königreich Großbritannien / UK wurde damit der Anachronismus eines D.O. der Alternativmedizin, der das professional degree (Berufsbezeichnung bestimmter Studiengänge) eines US osteopathic physician D.O. imitierte, konsequent beendet. Darüber hinaus wurde 1993 gesetzlich bestimmt, dass ein General Osteopathic Council die Einhaltung sicherer Standards zum Patientenschutz überwacht. Die offizielle Registrierung der Osteopathen beim General Osteopathic Council erfolgte ab 2000.

Seit September 2005 haben die US osteopathic physician D.O. in UK das Recht, im NHS zu praktizieren. Sie müssen sich dazu beim General Medical Council (GMC) registrieren. Damit wurde die Gleichwertigkeit der ärztlichen Ausbildung eines US osteopathic physician D.O. mit der eines Mediziners im Vereinigten Königreich Großbritannien anerkannt.

Weltweite Gleichwertigkeit osteopathic physician D.O. und approbierter Arzt seit 2023

Es gibt im Vereinigten Königreich seit 2005 die Anerkennung der Gleichwertigkeit eines US osteopathic physician D.O. mit einem Arzt M.D. und auch im Bereich der Commonwealth Staaten. Anerkennung 2020 der Äquivalenz eines US osteopathic physician D.O. mit einem US physician M.D. Seit 8. November 2023 haben als US osteopathic physicians D.O. ausgebildete Ärzte die Zulassung der IAMRA als Ärzte in den 47 Mitgliedsländern der IMRA und damit auch die Möglichkeit, in Deutschland als Ärzte tätig zu sein.

US Osteopathische Ärzte D.O. erhielten 2023 weltweite Anerkennung, als die International Association of Medical Regulatory Authorities (IAMRA) eine Resolution verabschiedete, die einen in den USA ausgebildeten osteopathic physician D.O. weltweit in 47 Mitgliedsländern vollwertig mit Ärzten M.D. gleichstellt. Damit haben sie auch die Möglichkeit, in Deutschland als Ärzte tätig zu sein. Dies vereinfacht die globale Praxis und festigt ihren Status als vollwertige Ärzte und nicht als osteopathic manipulator. Diese Regelung baut auf frühere Anerkennungen auf durch die Association of Medical Councils of Africa AMCOA 2019 und durch die ILO International Labor Organisation der UNO 2018. Dies macht weltweit klar, dass sich die US osteopathic physicians D.O. von nichtärztlichen Osteopathen bzw. osteopathic manipulator deutlich unterscheiden.

Osteopathie Geschichte
Osteopathie Europa - Auferstehung des manuellen Fundamentalismus

Deshalb munkelt manch einer der europäischen "Osteopathen" hinter vorgehaltener Hand, daß die amerikanischen Osteopathen ja gar keine "Osteopathen" mehr seien. Ich bin da natürlich nicht dieser Meinung und empfehlen, sich mutig mit den esoterisch pseudowissenschaftlichen Inhalten hierzulande auseinanderzusetzen.

Im Gegenzug benennen die amerikanischen "Osteopathic Physicians D.O." die europäischen "Osteopathen" als "European Osteopathic Manipulators", was im doppeldeutigen Sinn auch "Strippenzieher" oder "Fälscher" bedeuten kann. Kennt man das jahrzehntelange Hickhack der deutschen "Osteopathie Verbände", dann hat diese Bedeutung auch einen Funken Wahrheit.

Ein "Osteopathic Physicians D.O." ist heute in den USA ein professional degree. Dies ist der Titel einer schulmedizinischen Ärztausbildung auf College Niveau und kein universitärer Doktortitel. Dieser US Abschluß entspricht in etwa dem Abschluß mit Staatsexamen in wissenschaftlicher Medizin in Deutschland.

In Deutschland wird die gleichlautende Bezeichnung "D.O." aber als Wortmarke bzw. Marketing für die Ausbildung im Fachbereich "manuelle osteopathische Behandlung" (Osteopathic Manipulative Treatment - OMT) verwendet. Diese Marketing - Bezeichnung im Bereich der "Alternativmedizin" hat mit einer Ausbildung zu einem Arzt der Schulmedizin, wie sie in den USA erfolgt, nichts zu tun und hat auch keine hochschulrechtliche Relevanz. Die Vertreter der deutschen "Alternativ" - Osteopathie bezeichnet man in den USA deshalb auch als "European Osteopathic Manipulators" und nicht als "Osteopathic Physician D.O.".

Osteopathie in Europa ist meist Pseudowissenschaft und Esoterik

Im Unterschied zur medizinischen Ausbildung zum normalen Arzt der Schulmedizin an den Osteopathie Colleges in den USA wird in Deutschland an den Osteopathie - Schulen nur der Fachbereich "Manuelle Osteopathische Behandlung" für bestimmte Berufsgruppen im Gesundheitswesen unterrichtet. Im Unterschied zur modernen manuellen Medizin werden in der OMM Osteopathic Manipulative Medicine an europäischen Osteopathie - Schulen vor allem pseudowissenschaftliche, teils auch esoterische Erklärungsmodelle über die angebliche Wirkung manueller Behandlung unterrichtet.

Insbesondere der Untericht für die manuellen osteopathischen Techniken in den Bereichen "osteopathische Behandlung innerer Organe" (viszerale Osteopathie) und "Osteopathie im Schädel - Kreuzbein - Bereich" (Kraniosacrale Osteopathie) erfolgt an Osteopathie Schulen in Deutschland mittels pseudowissenschaftlich esoterischer Hypothesen. Es gibt keinerlei wissenschaftlich haltbare Indikationen für derlei Craniosacrale Therapie oder Kraniosakrale Osteopathie oder Biodynamische Osteopathie oder viscerale Osteopathie für Kinder, Säugling oder Baby und auch nicht für Erwachsene.

Osteopathie Geschichte
Es gibt keinen Beruf eines Osteopathen im Gesundheitswesen

In Deutschland regelt das Heilpraktiker Gesetz (HeilprG) von 1939 die Berufsbezeichnung Heilpraktiker. Osteopathie ist eine Heilkunde und darf als solche nach deutscher Rechtslage ausschließlich ausgeübt werden von Ärzten und Heilpraktikern. Im deutschen Gesundheitswesen gibt es keinen eigenständigen Beruf eines, -er "Osteopathen, -in" / "Kinderosteopathen, -in". Entsprechende Titulierungen als eigenständiger Beruf im Gesundheitswesen sind unlauter und können abgemahnt werden.

Osteopathie als Heilkunde ist Physioterapeuten verboten

Physiotherapeuten, Masseure und Medizinische Bademeister sind nicht vollumfänglich zur Diagnose berechtigt und dürfen in Deutschland die Heilkunde "Osteopathie" nicht ausüben.

Diese Berufsgruppen dürfen nur einzelne Techniken anwenden und nur in den Bereichen des Bewegungsapparats, die dem Spektrum ihrer Berufsausbildung als Physiotherapeut, Masseur oder Medizinischer Bademeister entsprechen. Zudem dürfen sie nur auf Rezept hin diese manuellen Griffe der Heilkunde "Osteopathie" ausüben.

Es existiert aber in allen Bundesländern die Möglichkeit, eine eingeschränkte Erlaubnis zur selbständigen Ausübung der Heilkunde für den Bereich der Physiotherapie zu beantragen. Nach bestandener Überprüfung beim Gesundheitsamt darf dann Physiotherapie auch ohne Verordnung ausgeübt werden.

Die Ausübung bestimmter Techniken der Osteopathie ist auch in diesen Fällen nur in Bereichen des Bewegungsapparats zulässig, die durch die Ausbildung zum Physiotherapeuten abgedeckt sind.

Osteopathie Geschichte
Weiterbildung "Osteopath" - Rechtslage in Hessen

Die durch gute Lobbyarbeit und persönlichen Einsatz am 22. November 2008 in Hessen in Kraft getretene Verordnung einer Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie (WPO-Osteo) ist aufgehoben worden. Dazu wurde eine „Zweite Verordnung zur änderung der Verordnung einer Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie“ erlassen, die am 1. September 2018 in Kraft getreten ist. Diese zweite Verordnung erklärt die Paragraphen 1 bis 18 samt Anlagen 1 bis 5 der WPO-Osteo zum 1. Januar 2019 für ungültig und führt Übergangs- und Überleitungsvorschriften für jene Weiterbildungen ein, die noch vorher begonnen wurden.

Verordnung einer Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie (WPO-Osteo) Vom 4. November 2008
Amtliche Abkürzung: WPO-Osteo
Fassung vom: 23.07.2013 Weitere Fassungen dieser Norm finden Sie am Ende des Dokuments.
Gültig ab: 15.08.2013
Gültig bis: 31.12.2018 Schriftgrafik ausser Kraft
Dokumenttyp: Verordnung

Verordnung einer Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie (WPO-Osteo) Vom 4. November 2008
Amtliche Abkürzung: WPO-Osteo Fassung vom: 04.11.2008 Weitere Fassungen dieser Norm finden Sie am Ende des Dokuments.
Gültig ab: 22.11.2008
Gültig bis: 14.08.2013 ausser Kraft
Dokumenttyp: Verordnung

Verordnung einer Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie (WPO-Osteo) Vom 4. November 2008

Amtliche Abkürzung: WPO-Osteo
Fassung vom: 13.08.2018 Weitere Fassungen dieser Norm finden Sie am Ende des Dokuments.
Gültig ab: 01.01.2019
Gültig bis: 31.12.2024
Dokumenttyp: Verordnung

Auf der Webseite des Regierungspräsidiums Darmstadt wurde damals dazu angemerkt:
"An den rechtlichen Voraussetzungen, die Osteopathie ausüben zu dürfen, hat sich nichts geändert. Die Osteopathie darf in Deutschland als Heilkunde nach wie vor nur von Heilpraktikern oder Ärzten eigenständig ausgeübt werden". Eine eigenständige und alleinige Berufsbezeichnung "Osteopath" im Gesundheitswesen war damit also auch in Hessen ausdrücklich nicht verbunden.

Osteopathie Geschichte
Rechtslage Heilpraktiker für Physiotherapie

Der sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie existiert seit 2009 in Deutschland aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts. Diese Erlaubnis ermöglicht es Physiotherapeuten, ihre Leistungen ohne eine ärztliche Verordnung anzubieten. Das Gesundheitsamt Düsseldorf vermerkt: "4.5. .. Die Berücksichtigung einer erfolgreich abgeschlossenen Aus- oder Weiterbildung im Bereich der Osteopathie für die Erteilung einer Heilpraktikererlaubnis im Bereich der Physiotherapie berechtigt nicht zur Durchführung selbständiger und eigenverantwortlicher Osteopathie. Hierfür ist weiterhin die allgemeine Heilpraktikererlaubnis erforderlich."

Bundesverwaltungsgericht Heilpraktiker Physiotherapie erlaubt keine Osteopathie

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts BVerwG 3 C 19.08 von 26.08.2009, haben sich alle Bundesländer geeinigt, eine eingeschränkte Erlaubnis zur selbständigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung im Bereich Physiotherapie einführen. Diese Verfahren sind aber von Bundesland zu Bundesland ebenso unterschiedlich, wie es auch die Überprüfung zum allgemeinen Heilpraktiker immer schon war. Einzelne Bundesländer (siehe zuvor: Nordrhein-Wetsfalen) erkennen auch Ausbildungen in Osteopathie als Weiterbildungsnachweise für die Erteilung dieser speziellen Erlaubnis im Bereich der Physiotherapie an.

Es gilt jedoch bundesweit die bereits zitierte Aussage des Landratsamts / Gesundheitsamts Düsseldorf: "Die Berücksichtigung einer erfolgreich abgeschlossenen Aus- oder Weiterbildung im Bereich der Osteopathie für die Erteilung einer Heilpraktikererlaubnis im Bereich der Physiotherapie berechtigt nicht zur Durchführung selbständiger und eigenverantwortlicher Osteopathie. Hierfür ist weiterhin die allgemeine Heilpraktikererlaubnis erforderlich." Dem entspricht auch das Urteil OLG Düsseldorf Az. I-20 U 236/13 vom 8. September 2015. Dementsprechend ist den Physioptherapeuten generell die Ausübung der Osteopathie als Heilkunde gesetzlich verboten, wegen den, mit der Anwendung der Osteopathie verbundenen Risiken.

Osteopathie Geschichte
Die wahre Ausbildungszeit für "Osteopathen" in Deutschland

Die angeblich "vier- oder fünfjährige" Ausbildungszeit in Osteopathie an Privatschulen in Deutschland ist zumeist eine Irreführung des Verbrauchers, denn sehr oft handelt sich dabei um berufsbegleitenden Unterricht von ca. 180 bis 1400 Zeitstunden (a 60 Min.), verteilt auf 5 Jahre oder ca. 1013 Stunden in 4 Jahren. Rechnet man diese Ausbildungszeit um, so entspricht sie nur einer ca. 1/2 bis 3/4 jährigen Ausbildung bei tariflich normaler Wochenarbeitszeit gerechnet. Für die Behauptung einer solch "fünfjährigen Osteopathieausbildung" gilt daher: "Mehr Schein als Sein". Bei den Anbietern von Osteopathie, welche mit einer "5-jährigen Ausbildung in Osteopathie" werben, empfehle ich allen hilfesuchenden Patienten, vorab nachzufragen, um wie viele Ausbildungsstunden es sich bei dieser "5-jährigen Ausbildung in Osteopathie" tatsächlich gehandelt hat.

Osteopathie Geschichte
Osteopath - ein Beruf im Schweizer Gesundheitswesen

In der Schweiz benötigen Osteopathen eine Berufsausübungsbewilligung als Osteopath / -in entsprechend den Gesetzen der Kantone (Schweiz). Osteopath war bisher in einigen Kantonen als Beruf zugelassen. Er war dort aber kein Heilberuf wie der Arzt, "Naturarzt" bzw. der Heilpraktiker, sondern ein Heilhilfsberuf, der ausschließlich im Bereich funktioneller akuter oder chronischer Beschwerden arbeitet. Mit der Einführung der Interkantonalen Prüfung für Osteopathinnen und Osteopathen 2008 sind Osteopathen in der Gesamtschweiz auch in der Erstversorgung von Patienten zugelassen. Kantonale Berufsausübungsbewilligungen als Osteopath / Osteopathin bleiben weiterhin gültig.

Neben den Gesetzen der einzelnen Kantone zur Berufsausübungsbewilligung als Osteopath oder Osteopathien gibt es die Verordnung der SDK (Schweizerische Sanitätsdirektorenkonferenz) über die Anerkennung kantonaler Ausbildungsabschlüsse im Gesundheitswesen in der Schweiz, wozu auch der von der Schweizerischen Sanitätsdirektorenkonferenz reglementierte Ausbildungsgang zum Beruf "Osteopathin/Osteopath mit interkantonalem Diplom" gehört. Seit 2012 müssen alle Anwärter auf in interkantonales Diplom nach einer vorausgehenden zweijährigen Praktikumszeit bei einem zugelassenen Osteopathen eine theoretische und praktische Prüfung vor diesem Prüfungsausschuß absolvieren. Jeder Kanton kann jedoch davon unberührt weiterhin eigene Berufsausübungsbewilligungen erteilen.

Die seit dem 1. Januar 2007 mögliche, in der ganzen Schweiz gültige Anerkennung als "Osteopathin / Osteopath mit interkantonalem Diplom" erfolgt nach erfolgreicher Absolvierung einer Prüfung, gemäß dem Reglement für die interkantonale Prüfung von Osteopathinnen und Osteopathen in der Schweiz. Der Inhalt der Prüfung richtet sich nach dem Fächer- und Lernzielkatalog für die interkantonale Prüfung für Osteopathinnen und Osteopathen. Die aktuellen Informationen findet man auf der Seite GDK - Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren unter Themen » Bildung » Osteopathie .

Bei diesem "Interkantonalen Diplom" handelt es sich nicht um einen Fachhochschultitel oder gar um einen universitären Abschluß nach deutschem Rechtsverständnis, sondern um eine bestandene Prüfung ähnlich der deutschen staatlichen Überprüfung der Heilpraktiker. In der Schweiz nennt man diese Art der Zertifizierung "Diplom". Dieses "Diplom" hat nichts mit einem deutschen Hochschultitel gemeinsam und darf deshalb in Deutschland auch nicht geführt werden.

Einige Kantone haben den Osteopathen die Manipulationen mittels Impuls (Einrenken) in einer kantonalen Gesundheits - Verordnung ausdrücklich untersagt. Diese Behandlung mit Impuls ist dort nur dem Chiropraktiker erlaubt, der zur Zulassung die universitäre Ausbildung und Zulassung als Arzt voraussetzt. Bitte informieren Sie sich über die jeweiligen Regelungen in den einzelnen Kantonen der Schweiz.

Professionelle Osteopathie

Meine Methoden werden angewandt nach individueller Untersuchung gemäß dem wissenschaftlich medizinischen Standard und ausschließlich bei funktionellen Beschwerden. Ich informiere vorab über Nichtanwendbarkeit, Nebenwirkung und Risiken meiner Verfahren. Sie werden bei Kontraindikation nicht angewandt. Bei Verdacht auf organische Erkrankung würde ich Sie umgehend an einen Facharzt verweisen für die notwendige medizinische Abklärung gemäß aktueller AWMF Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften.

Osteopathie Praxis im Klinikum Karlsruhe
für Erwachsene Kinder Säuglinge Babys
Klaus Czepan
Heilpraktiker mit Ausbildung Osteopath
Moltkestr. 90     76133 Karlsruhe
Tel. 0721 9742234

Hinweis: Ein "Osteopath" ist kein Beruf im Gesundheitswesen, sondern eine Weiterbildung. Deshalb sind im Gesundheitswesen folgende Berufsbezeichnungen unlauterer Wettbewerb: Osteopathen, Osteopath oder Osteopathin, auch Osteopath Karlsruhe, Osteopathen Karlsruhe, Kinderosteopath und Kinderosteopathin, sowie berufliche Gleichstellungen mit "und", wie Arzt und Osteopath, Heilpraktiker und Osteopath.

Hinweis: Osteopathie ist kein wissenschaftlich anerkannt therapeutisches Verfahren. Aufgrund der wechselvollen Geschichte existiert keine verbindliche Definition, was Osteopathie oder Kinderosteopathie genau sind. Ich praktiziere die professionelle, rational vernünftige Richtung der Osteopathie. Durch eine Behandlung kommt kein Behandlungsvertrag mit der Städt. Klinikum Karlsruhe gGmbH zustande.

Laut Urteil des LG Karlsruhe Az. 14 O 49/14 KfH III vom 14. November 2014 gibt es keine wissenschaftlich abgesicherten Indikationen für manuelle osteopathische Behandlung zur Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden.

Es gibt auch keine Anwendungsempfehlungen für Osteopathie in bestimmten Lebensphasen, wie: Osteopathie sei gut in der Schwangerschaft, gut für Kinder und Babys, da eine dauerhaft positive Auswirkung nicht belegt ist. Derartige Werbung ist ein Verstoß gegen § 3 Abs. 1 Ziff. 2 HWG Heilmittelwerbegesetz durch die Abgabe falscher Wirkungsversprechen.

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