Osteopathie und Medikamente
|
|
|
|
Medikamente sind in der Osteopathie unverzichtbar! |
|
Im Internet und in Medien finden sich häufig werbliche Aussagen wie "Osteopathie ist Heilen ohne Medikamente". Jedoch aus der Sichtweise der Wissenschaft und evidenzbasierten Medizin sind solche weitreichenden Heilversprechen kritisch zu bewerten, da sie wissenschaftlich nicht hinreichend belegt sind. Eine einseitige Bewerbung der Arzneimittelfreiheit kann zudem Risiken für Patienten bergen, wenn dadurch notwendige medikamentöse Therapien verzögert oder unterlassen werden. Im Gegensatz zu rein komplementärmedizinischen Ansätzen ist die Anwendung von Arzneimitteln in der US amerikanischen osteopathischen Ärzteschaft ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung. Eine verantwortungsvolle manuelle Therapie versteht sich stets als Ergänzung und nicht als Ersatz für notwendige medizinische Medikation. |
|
Rationale Osteopathie |
|
Ein Osteopathic Physician D.O. in den USA ist ein Arzt der evidenzbasierten Wissenschaft. Diese, inzwischen über 217.000 Ärzte wenden Medikamente nach gültigen wissenschaftlichen Standards an. Dieses Berufsbild unterscheidet sich grundlegend von der in Deutschland oft beworbenen und weit verbreiteten Vorstellung einer "arzneimittelfreien" Osteopathie. Dieses Marketing, auch in Funk und Fernsehen, einer ausschließlich medikamentenfreien Heilung orientiert sich an historischen Konzepten des 19. Jahrhunderts. In der Zeit der Gründungsphase seines Konzepts positionierte A. T. Still die Osteopathie als Gegenbewegung zur damaligen Medizin und lehnte die Gabe von Arzneimitteln bis zu seinem Tode strikt ab – eine Haltung, die dazu führte, dass die Bewegung von US-Behörden bis in die 1940er Jahre als "medical sect" eingestuft wurde. Wer heute an diesem dogmatischen Ausschluss einer medizinisch notwendiger Therapien festhält, verhält sich im Widerspruch zum anerkannten Stand der Wissenschaft und gefährdet unter Umständen die Patientensicherheit durch das Unterlassen notwendiger medizinischer Behandlungen. |
|
Medikamente in der Rationalen Osteopathie |
|
In Deutschland darf die Osteopathie als Form der Heilkunde rechtlich nur von Ärzten oder Heilpraktikern eigenständig ausgeübt werden. Professionell tätige Behandler, die einem modernen, rationalen Konzept folgen, arbeiten dabei nicht isoliert "rein manuell", sondern betrachten die manuelle Therapie als ergänzenden Baustein innerhalb eines umfassenden medizinischen Spektrums. Entsprechend ihrer jeweiligen Qualifikation und berufsrechtlichen Befugnisse nutzen diese Behandler das gesamte Spektrum anerkannter diagnostischer und therapeutischer Verfahren. Die manuelle Behandlung zur Unterstützung der Selbstregulation und zur Entlastung biomechanischer Strukturen wird dabei sinnvoll mit notwendigen medizinischen Maßnahmen – wie etwa der Verordnung erforderlicher Medikamente oder physikalischer Therapien – kombiniert. Ziel dieser professionellen osteopathischen Herangehensweise ist eine fachübergreifende Verknüpfung moderner medizinischer Erkenntnisse mit den spezifischen Ansätzen der manuellen Behandlung, um Patienten eine koordinierte und evidenzbasierte Hilfestellung bei ihren Beschwerden zu bieten. |
|
Rationale Osteopathie will die Menschen verüftig verstehen |
|
Gute Osteopathen betrachten die Situation eines Menschen möglichst umfassend. Es geht um das Verstehen des Leides im Zusammenhang mit Potential und Möglichkeiten der Veränderung. Dies ist kein rein manuelles Konzept, sondern der manuelle Zugang eröffnet nur ein weiteres diagnostisches Fenster des Verstehens. Deshalb sind in der professionellen, rationalen Richtung der Osteopathie Ernährungsberatung, wie auch eine zurückhaltende, systemisch ausgewogene Medikation, die untrennbaren Bestandteile einer verantwortungsvollen Behandlung. |
|
Rationale Osteopathie und die "Apotheke der Natur" |
|
"Haben Sie ein Mittel gegen ....?" Wenn man sich krank fühlt oder überlastet ist, denkt man oft an schnelle Hilfe durch Pillen. Das ist ein kulturell bedingter Reflex. Der Heilkundige wird zum Fachmann für Substitution (Ersatz) oder Elimination (Entfernen) von Stoffen, mit denen man glaubt, das Leben besser regeln zu können. Immer mehr Menschen nehmen Medikamente, um Belastungen, Vitalitätsverlust und schlechte Stimmung besser ertragen zu können. Gibt es Alternativen? |
|
Rationale Osteopathie |
|
Haben Sie alle Möglichkeiten ausprobiert, BEVOR sie zu Tabletten gegriffen haben? Vielleicht können Sie Ihr Verhalten ändern, so daß Ihr Leiden sich bessert? Vielleicht können Sie Ihren "roten Faden" wieder finden, an eine verschüttete gute Erfahrung anknüpfen? Vielleicht könnten dann Medikamente verringert oder ganz abgesetzt werden? |
|
Die Auseinandersetzung und Suche nach möglichen Ursachen für Beschwerden wird oft als zu mühsam empfunden. Die Rhythmen der Lebensführung sollten sich an den vielfältigen inneren Signalen orientieren, die das eigene Leben effizient und gesund steuern können. Dieses Wissen über die Apotheke der Natur und der Nahrung wird bei meinem Therapieansatz im erforderlichen Umfang eingebettet in die Erkundung der aktuellen Selbstregulation. |
|
Rationale Osteopathie |
|
Ich sage damit nichts gegen notwendige Medikamente! Aber Sie kennen sicher den "für alles gibt es eine Pille" Reflex. Man nimmt "seine" Mittel. Diese Erwartungshaltung hinsichtlich der Verschreibung oder Wirkung von Medikamenten ist ein Teil des "Placeboeffekts" oder "Noceboeffekts". Vielleicht gibt es auch andere, nachhaltigere Wege, den Körper in seinem Bemühen zu unterstützen? Dies erfordert Zeit, ein empirisches Vorgehen und den Willen zur Verhaltensänderung. Eine Einnahme von Medikamenten über lange Zeit wirkt oft belastend. Sich Ausruhen, Bewegen, Kochen und Verpflegen bereitet Freude, wenn man all dies als wohltuenden Weg der Gesundheit erfährt. Manchmal erscheint dies alleine nur schwer oder überhaupt nicht möglich zu sein. Manchmal übersieht man die kleinen Zeichen positiver Veränderungen oder kann sie nicht deuten. Ich biete Ihnen meine Hilfe an auf diesem oft schwierig erscheinenden Weg. |
|
Rationale Osteopathie |
|
Eine Verbesserung der Lebendigkeit von Gewebe und von Beschwerden setzt eine gute Analyse und Bewertung aller Symtome und die Behandlung von Erkrankungen voraus. Für Labor und Bildgebung nutze ich ausschließlich die im Bereich der evidenzbasierten Medizin (EbM) anerkannten Standards der medizinischen Analyseverfahren. Alle diese Untersuchungen können hier im Städt. Klinikum auf privater Basis durchgeführt werden. Die individuelle Bewertung der Ergebnisse im Zusammenhang mit Ihrem Beschwerdebild und den Möglichkeiten der Familie ist Grundlage der Therapieplanung. |
|
Rationale Osteopathie |
|
Ich unterscheide in meinem Therapieansatz zwischen den Stoffwechsel bremsenden und Stoffwechsel unterstützenden Medikamenten. Unterstützend sind z.B. Schilddrüsenhormone, Hormone der Bauchspeicheldrüse, Probiotika usw. Den Stoffwechswel bremsend wirken z.B. sedierende Psychopharmaka, Senker von Blutdruck, Fettstoffwechsel usw.. Sie bremsen dauerhaft sogenannte Schutzreflexe des Körpers. Trotzdem kann man in manchen Fällen nicht anders vorgehen, wie man schweren Zwischenfällen vorbeugen. Aber auch andere Medikamente, wie z.B. Senker der Magensäureproduktion und sogenannte "Entschäumer" für den Darm können die Gesamtsituation des Stoffwechels verschlechtern. Dies erfährt man über die Listen möglicher Neben- und Wechselwirkungen. |
|
Schutzreflexe sind gedacht für den Augenblick und führen zu starker Belastung der Systeme, die den Schutz umsetzen müssen. Chronifizieren die Belastungssituationen, so chronifizieren auch die Schutzreflexe und die Belastungen der Schutzreflexsysteme. Dies kann akut oder längerfristig zu lebensbedrohlichen Situationen führen in diesem Bereich der ausgleichenden Systeme wie z.B. im Bereich des Herzens oder der Blutgefäße. Akute Krisen der Systeme sind Notfälle und müssen selbstverständlich nach den AWMF Leitlinien behandelt werden. Leider werden bei chronischen Erkrankungen nicht selten die Ursachen dieser chronifizierten Schutzreflexe nicht gesucht und nicht gefunden. Zudem wird nach meiner Beobachtung leider manchmal auch jedes Bild für sich allein behandelt, ohne den Gesamtzustand des Patienten zu beachten. |
|
Medikamente in der Osteopathie |
|
In der modernen Therapie ist es entscheidend, den Patienten in seiner Gesamtheit zu betrachten, anstatt lediglich isolierte Symptome gemäß standardisierter Schemata zu behandeln. Eine rein segmentale Sichtweise kann im Einzelfall zu einer hohen Anzahl gleichzeitig verordneter Präparate führen (Polymedikation), was die Gefahr unerwünschter Wechselwirkungen erhöht und die körpereigene Regulation belasten kann. Die langfristigen Folgen einer komplexen Dauermedikation mit mehreren stoffwechselrelevanten Substanzen werden oft erst nach Jahren in ihrem vollen Umfang deutlich. Daher ist ein regelmäßiger Interaktionscheck sowie eine kritische Überprüfung der Medikation im Hinblick auf das Alter und den aktuellen Allgemeinzustand des Patienten dringend anzuraten. Ziel sollte es sein, eine Überversorgung zu vermeiden und die Arzneimitteltherapie so prä,zise wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abzustimmen, um die Risiken medikamentöser Interaktionen zu minimieren. |
|
Medikamente in der Ostopathie |
|
Die Mechanismen der körperlichen Selbstregulation sind hochkomplex und eng miteinander vernetzt. In meiner therapeutischen Arbeit lege ich daher großen Wert auf eine differenzierte Betrachtung der Ursachen, die eine medikamentöse Regulierung des Stoffwechsels notwendig machen. Oft stellen Symptome eine kompensatorische Reaktion des Organismus dar, z.B. steigt der Blutdruck bei Schlafapnoe. Während die kurzfristige Regulierung akuter Werte – wie etwa des Blutdrucks – zur Prävention schwerwiegender Komplikationen unerlässlich ist, sollte stets auch die langfristige Auswirkung auf die individuelle Lebensqualität im Blick behalten werden. Ziel einer Begleitung ist es, die medikamentöse Therapie dort, wo es medizinisch sinnvoll und möglich ist, durch die Optimierung regulatorischer Prozesse zu unterstützen, um eine bestmögliche Balance zwischen notwendiger Medikation und subjektivem Wohlbefinden zu erreichen. |
|
In der Versorgung älterer Patienten ist die Vermeidung von Polymedikation ein zentrales Ziel zur Sicherung der Lebensqualität. Es gilt, die Notwendigkeit jeder einzelnen Verordnung sorgfältig gegen das individuelle Alter und den Gesamtzustand abzuwägen. Während das klassische Medizinstudium den Fokus oft auf leitliniengerechte Einzeltherapien legt, gewinnt die fachkritische Auseinandersetzung mit der systemischen Komplexität multimorbider Patienten zunehmend an Bedeutung. Ein zukunftsweisender Ansatz in diesem Bereich ist das Projekt "Forschungsverbund Priscus, Altern in Würde". Dieser Forschungsverbund setzt sich intensiv mit der Optimierung der Medikation im Alter auseinander und empfiehlt, Behandlungsziele individuell zu priorisieren. Ziel ist es, eine Überversorgung zu vermeiden und stattdessen eine Therapie zu gestalten, die die Würde und die spezifischen Bedürfnisse des alternden Menschen in den Mittelpunkt stellt, anstatt jedes klinische Einzelbild isoliert zu behandeln. |
|
Medikamente in der Osteopathie |
|
Medikamente haben ein Wirkungsspektrum mit einer statistischen Häufigkeitsverteilung der beobachteten Veränderungen an den getesteten Menschen. Denn Medikamente wirken nicht nur spezifisch, sondern immer auch systemisch, d.h. sie haben einen Einfluß auf verschiedene Körperfunktionen und Gesamstoffwechsel. Es gibt also nie eine einzelne Wirkung für sich allein, sondern immer eine statistisch Verteilung des gesamten Wirkungsspektrums. Anhand der Häufigkeitsverteilung unterscheidet man in erwünschte und unerwünschte Wirkungen. Im Einzelfall kann die Wirkverteilung auch so sein, daß die "unerwünschten" Arzneimittelwirkungen die Hauptwirkung sind. |
|
Medikamente in der Osteopathie |
|
Das Gesamtspektrum der Wirkmöglichkeiten eines Medikaments wird vom Hersteller eingeteilt in Wunschkategorien wie "erwünscht" und "unerwünscht". "Unerwünschte Wirkungen" nennt er "Begleit-, Neben- oder UAW - unerwünschte Arzneimittelwirkungen". Dieser Einteilung liegt ein Wertesystem zugrunde. So kann es sein, daß eine statistisch prognostizierte eventuelle Lebensverlängerung höher bewertet wird als die aktuelle Lebensqualität. Man nennt das "prognostische Verschreibung". Aber auch Verhalten, Ernährung und Gemütsverfassung können die Wirkung eines Medikaments verändern, UAWs mindern oder verstärken und den Allgemeinzustand bestimmen. Deshalb bringen die alten Heilkunden immer erst die Verdauung in Ordnung mittels Diätetik und verabreichen erst dann Kräutermixturen für maximal einige Wochen. Ausnahmefälle waren nur akute Vergiftungen. Gegengifte und Gegenmaßnahmen wurden sofort verabreicht. |
|
Osteopathische Behandlung |
|
Die Wirkung von Arzneimitteln kann durch vielfältige Faktoren beeinflusst werden. Neben Genussmitteln wie Nikotin, Alkohol, Tee oder Kaffee können auch alltägliche Lebensmittel wie Milchprodukte oder Grapefruitsaft die Pharmakokinetik erheblich verändern. Zudem ist zu beachten, dass viele Medikamente die Funktion des Verdauungsapparates so beeinflussen können, dass die Aufnahme und Verwertung essenzieller Nährstoffe, Vitamine und Mineralien beeinträchtigt wird. Solche funktionellen Defizite können sich mittel- bis langfristig in latenten Beschwerden an Haut, Muskulatur oder Sinnesorganen äußern. Diese Wechselwirkungen betreffen Präparate der konventionellen Medizin ebenso wie solche der Alternativmedizin. So kann beispielsweise die unkritische und hochdosierte Einnahme von Basenpräparaten – etwa im Rahmen populä,rer Konzepte zur ‚Entsäuerung‘ – die natärliche Verdauungsphysiologie stören und die Nährstoffaufnahme behindern. Eine korrekte Betrachtung sollte daher stets die Gesamtsituation der Nährstoffversorgung und mögliche Interaktionen aller eingenommenen Mittel berücksichtigen |
|
Medikamente in der Osteopathie |
|
Früher dachte man oft, es läge am Verhalten eines Patienten, wenn ein Medikament nicht die gewünschte Wirkung zeigte. Man vermutete eine fehlende Mitarbeit (fachsprachlich "Compliance") als Ursache fehlender oder unregelmäßiger Einnahme von Medikamenten. Heute weiß man, daß oft individuelle Stoffwechselveranlagungen der Menschen eine Rolle spielen, sogenannte "Polymorphismen". So kann es sein, daß manche Menschen ein Arzneimittel viel schneller oder viel langsamer umwandeln oder abbauen können als andere. Damit steigt bei ihnen der Wirkspiegel viel höher an, als erwartet oder er wird erst gar nicht erreicht. Viele Medikamente bedürfen einer dauerhaften Überwachung von Wirkspiegel und Organfunktionen, z.B. von Leber und Nieren. |
|
Medikamente in der Osteopathie |
|
Wird mehr als ein Mittel eingenommen, treten manchmal unerwünschte oder unerwartete Wechselwirkungen auf. Machmal werden veränderte Wirkungen auch durch Verhalten oder bestimmte Ernährung ausgelöst oder verstärkt. Im Einzelfall kann, je nach Stoffwechseltyp und Allergieveranlagung, fast JEDES Medikament auch schwere Schäden anrichten. Dazu gibt es unanbhängige Informationsdienste wie "Arzneitelegramm" oder "Der Arzneimittelbrief". "Begleit" -, "Neben"- und Langzeit - Wirkungen von Medikamenten werden manchmal bei der Verschreibung nicht beachtet, unterschätzt, sind nicht bekannt oder führen beim Patienten zum Verweigern der Therapie. Hin und wieder werden Patienten nicht nach bekannten Medikamentenallergien gefragt oder danach, was sie bereits alles einnehmen. |
|
Osteopathie und Medikamente |
|
Mit zunehmendem Alter sind häufig mehrere Organsysteme gleichzeitig von gesundheitlichen Einschränkungen betroffen. In der medizinischen Versorgung besteht dabei die Herausforderung, diese Symptome nicht isoliert als Aneinanderreihung von Einzelkrankheiten zu betrachten, sondern sie in ihrem komplexen Zusammenspiel zu bewerten. Eine rein fachspezifische Fokussierung auf einzelne Organe kann dazu führen, dass die medikamentöse Therapie der jeweiligen Einzeldiagnosen nicht ausreichend aufeinander abgestimmt wird. Für eine nachhaltige Behandlungsqualität ist es daher entscheidend, Ursachen im Gesamtzustand des Patienten sauber auszudifferenzieren und therapeutische Maßnahmen stets im Kontext der systemischen Wechselwirkungen zu gewichten |
|
Bei der gleichzeitigen Behandlung mehrerer Erkrankungen nach den jeweiligen fachspezifischen AWMF-Leitlinien kann es zu einer signifikanten Kumulation verordneter Präparate kommen. Wenn ein Patient viele Medikamente gleichzeitig nimmt (Polymedikation), steigt die Anzahl der potenziellen Interaktionspaare massiv an. Ein besonderes Risiko besteht in der Entstehung von sogenannten Medikamentenkaskaden, bei denen Nebenwirkungen eines Mittels mit weiteren Medikamenten therapiert werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Arzneimitteltherapiesicherheit zeigen, dass das Risiko für unerwünschte Wechselwirkungen bei zunehmender Anzahl an Wirkstoffen nicht linear, sondern exponentiell ansteigt. In der Pharmakologie nutzt man häufig die Kombinatorik, um das Risiko von Wechselwirkungen zu veranschaulichen. Die Komplexität dieser Interaktionen lässt sich mathematisch berechnen und verdeutlicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen, fachübergreifenden Abstimmung der Gesamtmedikation, um die Sicherheit und Lebensqualität des Patienten zu gewährleisten. |
|
Das von der Bundesregierung unterstützte Projekt Forschungsverbund Priscus, Altern in Würde empfiehlt eine Bewertung der Medikation älterer Menschen, um eine Verschlechterung ihrer Situation durch diesen Summationseffekt der sogenannten Polymedikation zu vermeiden. Dazu verwenden ich die Priscus Liste und die deutsche Version der Beers-Liste für einen "Interaktionscheck" in Zusammenarbeit mit Apotheken und Ärzten. |
|
Medikamente in der Osteopathie |
|
Aufgrund der biologischen Individualität lässt sich die exakte Reaktion eines Menschen auf ein Arzneimittel nie mit absoluter Gewissheit im Voraus bestimmen. Dieses Unwägbarkeitsrisiko erhöht sich signifikant mit der Anzahl der gleichzeitig eingenommenen Präparate. Daher ist es essenziell, die Wirkung und Verträglichkeit jedes Medikaments bei jedem Patienten individuell und kontinuierlich zu beobachten. Eine engmaschige Begleitung sowie eine fundierte fachliche Beratung durch behandelnde Ärzte und Apotheker sind unerlässlich, um die Sicherheit der Therapie zu gewährleisten und die Medikation optimal auf die persönlichen Bedürfnisse abzustimmen. |
|
Bitten Sie ihren Therapeuten, mit Ihnen die Einnahmemöglichkeiten durchzusprechen und die Therapie an Ihre Lebensumstände und menschlichen "Schwächen" anzupassen. |
|
Lassen Sie sich das gesamte Wirkspektrum Ihrer Medikamente erklären, auch hinsichtlich der möglicherweise auftretenden unerwünschten Wirkungen und Wechselwirkungen und der während der Wirkdauer zu meidenden riskanten Verhaltens- und Ernährungsgewohnheiten. Falls Sie immer in der gleichen Apotheke einkaufen, dann kann ihr Apotheker anhand seines PC Programms sofort sehen, ob sich neue Verschreibungen mit dem "vertragen", was Sie bereits einnehmen und den verschreibenden Arzt fachgerecht warnen. Dazu ist der Apotheker verpflichtet. |
|
Osteopathie - mehr als Medikamente |
|
Medikamente verändern den Stoffwechsel, wie andere Nahrungsmittel auch. Deshalb erfolgt bei mir Ernährungsberatung im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten. |
|
Auch Luft ist ein Nahrungsmittel wie Wasser und feste Nahrung. Oft wird der Brustkorb eng durch die Haltung in Schlaf und am Tage. Dies beachte ich in der Therapie. Das Verhalten, seelische und körperliche Belastung, Erholung und Schlaf, Ernährung und evtl. auch Reizstoffe bewirken den funktionellen Zustand eines Menschen. Organfunktionen, Atmung, Kreislauf, Brust- und Bauchraum, Skelettsystem, Muskulatur und Haut haben sich ergänzende Funktionen für Stoffwechsel, Körpertemperatur, Haltung und Bewegung. Vieles regelt sich optimal, wenn man sich mit fester, flüssiger Nahrung, gesunder Luft, Sonne, Ruhe und Erholung versorgt. |
|
Osteopathie und Medikamente |
|
Mein Ziel ist es, funktionelle Defizite so zu beheben, daß der ganze Mensch wieder frei atmen und sich bewegen kann, so daß auch der Rücken und die Extremitäten wieder entlastet sind. Haut, Schleimhäute, Verdauung, Atmung, Bewegung und Emotion wirken zusammen. Dies nutzte ich zu Heilungzwecken. Auch unterstütze ich Sie durch individuell für Sie ausgedachte Übungen für Zuhause bei der Selbstmobilisation muskulär funktionell verfestigter Bereiche, wo beispielsweise die Atmungsbewegung schlecht mitvollzogen wird, wo funktionelle Blähungen im Bauchraum die Atemverschieblichkeit und damit die muskuläre Beweglichkeit des Rumpfes behindern, wo Muskelketten nicht frei arbeiten. |
|
Gute Apotheker in Karlsruhe unterstützen die Osteopathie Praxis im Klinikum Karlsruhe durch Fachwissen, Kräuterzubereitung und Beratung. |