Start

Seiten

Lexikon

Osteopathie

Ausbildung

Medizin

Frauen

Baby

Kinder

Praxis

Anfahrt

Impressum

Datenschutz

Osteopathie
Karlsruhe

0721 9742234


Osteopathie Baby

Baby Säugling

Blähungen

Kopfabflachung

Baby Kopfabflachung

Osteopathie Praxis
im Klinikum Karlsruhe
Klaus Czepan

Gesundheit finden . . . ist ein Weg

Abflachung am Kopf
Kopfabflachung Hinterkopf
Rückbeugung
schiefe Kopfhaltung
einseitige Bewegungen

Suchen Sie bei besorgniserregenden Veränderungen in Haltung oder Bewegung eine Kinderklinik auf!

Achtung! bei Krankheitsverdacht zuerst immer ein Kinderarzt oder eine Kinderklinik aufsuchen! Im ersten Lebensjahr sind ein vermehrtes Schlafbedürfnis und Berührungsempfindlichkeit oft übersehene Erstsymptome beginnender Hirnhautentzündung. Die Fontanelle kann eventuell auch gespannt sein. Das plötzliche Auftreten einer Rückbeugung kann im ersten Lebensjahr völlig fehlen. Erst nach Ausschluß von Krankheit sind Sie bei mir richtig!

Achtung! Säuglinge können Ihre Beschwerden nicht mitteilen. Je kleiner die Kinder sind, desto unspezifischer sind oft die Symptome bei Erkrankungen. Wenn Säuglinge sich nicht mehr so bewegen können wie vorher, Krampfanfälle auftreten oder ein Ärmchen oder Beinchen bewegungslos herabhängt, dann muß dies umgehend in einer Kinderklinik abgeklärt werden. In seltenen Fällen können auch Neugeborene einen Schlaganfall erleiden. Die Abklärung auf Risikofaktoren erfolgt beim Kinderarzt oder in einer Kinderklinik.

Kopfabflachung und einseitige Bewegungsmuster müssen medizinisch untersucht werden.

Formveränderungen am Kopf können bei Säuglingen vor und nach der Geburt entstehen, da die äußere Schädelhülle noch relativ weich und im Wachstum begriffen ist. Auch Asymmetrien der Bewegung und Haltung können kurzzeitig auftreten oder ständig vorhanden sein. Als Ursache kommen in Frage Entwicklungsabweichungen, Lagerungsdruck, funktionelle Beschwerden, erhöhter Druck der Hirnflüssigkeit und andere Krankheiten. Suchen Sie immer zuerst einen Kinderarzt auf, um Krankheiten auszuschließen. Er hat die größte klinische Erfahrung, um bedrohliche Situationen sofort zu erkennen.

Plagiocephalus - Brachycephalus
Plagiozephalus - Brachyzephalus

In der Medizin werden Kopfabflachungen, die mehr seitlich liegen mit Plagiocephalus bzw. Plagiozephalus bezeichnet, Abflachungen in der Mitte des Hinterkopfes mit Brachycephalus bzw. Brachyzephalus. In der Medizin sind über 90 Syndrome bekannt, mit teilweiser Verknöcherung der Schädelnähte und eventuell weiteren Fehlbildungen am Leib.

Erkrankung und Kopfabflachung

Erkrankungsbedingte Schädeldeformitäten gilt es zu unterscheiden von solchen, welche nicht durch Erkrankungen und Verknöcherungen der Schädelnähte verursacht sind. Durch den Geburtsvorgang bedingte Schädigungen oder Folgen von Erkrankungen der Mutter oder des Ungeborenen sind als Ursache einer Schädelfehlbildung eher selten ( z.B. Frakturen, neurologische Erkrankung, Infektionen, genetische Veränderungen ). Handelt es sich um derartige Ursachen von Abweichungen in Haltung und Bewegung, so entscheidet die Medizin über das weitere Vorgehen.

Baby - Abflachung des Kopfes?

Erste Hinweise neben einer Abflachung und einer Asymmetrie des Kopfes sind tastbare Bewegungseinschränkungen der Fontanellen und evtl. auch zwischen den Schädelknochen und Gratbildungen bzw. im Seitenvergleich verengte oder fehlende Rinnen entlang der Schädelnähte. Das Ziel bildgebender und anderer medizinisch diagnostischer Verfahren ist es, Schädigungen zu erkennen. Erst nach gründlicher medizinischer Untersuchung sieht man, ob konventionell oder chirurgisch geholfen werden kann. Ich rate vorab zur medizinischen Untersuchung in einem Fachzentrum, um Erkrankungen als Ursache auszuschließen.

Untersuchung bei Kopfabflachung

Grundsätzlich gehört eine Sonographie bzw. Ultraschalluntersuchung des Kopfes von Neugeborenen, Säuglingen und Babys auch bei Abflachungen zur Basisuntersuchung bei jedem Verdacht auf eine krankhafte Veränderungen im Bereich des Gehirns und seiner Hülle. Achten Sie immer auch darauf, ob sich an den Augen, der Augenbewegung oder bei der regelmäßgen Tastung der Fontanelle des Babys etwas verändert hat und teilen dies dem Kinderarzt mit. Röntgenbilder von verschiedenen Seiten, Laboruntersuchungen der Hirnflüssigkeit und des Blutes, CT und MRT Sequenzen können notwendig sein, um Anomalien und Erkrankungen zu erkennen und bei Bedarf auch in 3D Rekonstruktion genau darzustellen.

Kopfabflachung beim Baby

Wegen der Zunahme von Kopfabflachungen werden Hebammen inzwischen auch in der Tastuntersuchung der Schädelnähte unterrichtet, um Hinweise auf krankhafte Verknöcherungen rechtzeitig zu ertasten. Auch in diesem Zusammanhang bin ich spezialisiert auf die Behandlung funktioneller Beschwerden. Bei Verdacht auf organische Erkrankungen würde ich Sie umgehend an einen Facharzt verweisen, für die notwendige medizinische Abklärung gemäß den AWMF Leitlinien.

Kopfabflachung und Kinderarzt

Kopfabflachungen werden manchmal auch von Kinderärzten falsch beurteilt und mit den Folgen einer geburtsbedingten Verschiebung der Schädelplatten verwechselt. Man hört dann Sätze wie: "Das verwächst sich.".

Nach meiner Erfahrung ist dies aber bei einer lagerungsbedingten Kopfabflachung selten der Fall. Bei Kopfabflachungen, die durch eine Verknöcherung der Schädelnähte verursacht werden, muß man meist operieren.

Kopfabflachung - falsche Hilfe

Landet man bei Kopfabflachungen hilfesuchend bei der esoterischen Form der "Osteopathie", werden "Craniosacrale Techniken" angewandt oder man erhält die unsinnige Modediagnose "KISS Syndrom". Kraniosakrale Therapie oder Atlas-Therapie werden angewandt, teils über Wochen und Monate. Die Kosten dafür sind immens, die Wirkung gegen Kopfabflachungen ist nicht evident. Ich verweise dazu auch auf die fundierten Stellungnahmen der Gesellschaft für Neuropädiatrie, im Besonderen auch auf die Stellungnahme zur Kraniosakraltherapie und zum Kiss-Syndrom.

Osteopathie und Kopfabflachung

Eine manuelle "Behandlung" der Schädelnähte beim Säugling, z.B. mittels "craniosacraler" Techniken, zur Verbesserung der Schädelform, ist nutzlos und Unfug. Diese "Korrekturhilfen" sind genauso ineffektiv, wie wenn man eine Zahnfehlstellung bei Kindern durch wiederholtes manuelles Drehen am Zahn korrigieren wollte.

"Besserung" der Kopfform durch manuelle "osteopathische" Behandlung der Schädelnähte wird von der "klassisch" esoterischen Richtung der Osteopathie zwar behauptet. Es gibt aber keine Belege, daß durch derartige Behandlung eine schnellere Korrektur erfolgt, als sie im Verlauf des körpereigenen Wachstumsprozesses von selbst schon geschieht.

Kopfabflachung und Physiotherapie

Ist der Kopf bereits abgeflacht, dann sind derlei Behandlungsansätze nutzlos. Selbst in manch physiotherapeutischen Fachzeitschriften werden Kindern mit Kopfabflachungen pauschal und angstmachend einseitige Körperwahrnehmung und motorische Entwicklungsverzögerungen angedichtet. Ähnlich wie bei neurologischen Defiziten sei es angeblich zu empfehlen, einmal pro Woche, ein halbes Jahr "Mehrdimensionale Entwicklungstherapie" zu betreiben. Für eine derartige Behauptung gibt es keine seriösen Studien und keine AWMF Leitlinien. Ich wende mich entschieden gegen ein derartiges, meiner Meinung nach unlauteres und aggressives Marketing, welches in unverantwortlicher Weise die Angst von Eltern ausnutzt.

Kopf Abflachung und Diagnosen

Das Erleben und Verhalten von Säuglingen ist eng verknüpft mit ihren leiblichen Reaktion. Symptome wie Schlafstörungen, exzessives Schreien und Fütterstörungen können Ausdruck sein von funktionellen Beschwerden, Reguationsstörungen des Verhaltens oder Erkrankungen. Funktionelle Leiden entstehen oft durch Wechselwirkungen aus Nahrung, Verdauung, Kraft und Integrität der Rumpfwand, falsche Lagerung, Stillzeitpunkt, Stillhaltung und Nichtverstehen der Körpersprache. In der Symbiose zwischen Mutter und Kind wird man alle Wechselwirkungen berücksichtigen.

Kinder wachsen und entwickeln sich. So wird man immer fachübergreifend medizinisch, naturheilkundlich und pädagogisch untersuchen und arbeiten, um Beschwerden und Leiden fachgerecht zu beurteilen und um effizient durch Beratung, Therapie oder Frühförderung zu helfen. Denn nicht selten sind Eltern im Bereich der Säuglingsheilkunde oft verunsichert, weil Symptome oft nicht eindeutig sind. Wenn keine Erkrankung der Säuglinge vorliegt, dann ist es nicht einfach, Hilfe zu erhalten und man wendet sich in seiner Not an einen "Atlas Therapeuten", "KISS Behandler", "Kinderosteopathen" oder einen Physiotherapeuten für Vojta, Bobath oder Mehrdimensionale Entwicklungstherapie. Dabei sind die drei Letztgenannten vor allem auf neurologische Erkrankung, Behinderung oder Entwicklungsverzögerung spezialisiert.

Krankheiten, Regulationsstörungen, Bindungsunsicherheiten und Verunsicherungen

Die ersten 18 Monate sind für manche Eltern sehr belastend, weil ihr Säugling sich nicht so schnell wie andere Babies auf ein "ordentliches Schlafverhalten" einstellt oder "noch nicht so unproblematisch ist, wie andere Kinder". Die Versuchung ist groß, Hilfe bei "alternativen" Methoden zu suchen, welche versprechen, mit ein paar geheimnisvollen Handgriffen den Kopf des Säuglings "gerade zu rücken" und das Problem zur Entlastung der Eltern "wegzuzaubern". Die Probleme sind meist komplexer und die Lösung langwieriger und sie haben sicher nichts mit "Fehlstellungen von Knochen" zu tun, die man durch manuelle Behandlung beseitigen kann. Ebensowenig kann man "abgeflachte Köpfe" manuell geradebiegen.

Es gibt auch Eltern, die hoffen auf "schnelle Lösungen", weil ihre bisherigen Berufs- und Lebenskonzepte derartige Belastungen nicht vorsehen. Sie sind genervt und enttäuscht, wenn man die "schnelle Lösung" nicht verspricht. So ensteht ein negatives Wechselspiel innerhalb der Symbiose Mutter und Säugling, in dem bestimmte Situationen schon vorab eine negative Spannung aufbauen. Einschlafen, Durchschlafen, Stillen usw. werden so zu einem Martyrium für alle Beteiligten. Meist ist es schwer, solchen eingespielten Mustern zu entkommen. Neues Verhalten braucht Vertrauen und Zeit.

Der Kopf der Neugeborenen ist weich und zäh zugleich und durch Druckeinflüsse verformbar.

Es ist normal, daß die Köpfe Neugeborener leicht unsymmetrisch sein können. Es ist auch normal, daß Schädelnähte sich bei der Geburt gegeneinander verschieben oder daß am Kopf eine Geburtsgeschwulst oder eine Kopfblutgeschwulst entsteht. In der Regel korrigiert dies der Körper selbst. Auch eine gut eingesetzte Geburtszange oder Saugglocke hinterlassen keine Spuren. Kopfgelenke und Wirbelsäule sollten nach der Geburt normal beweglich sein. Der Gesamteindruck und wichtige Funktionen von Gewebe und Organen werden beim Kinderarzt untersucht.

Grundsätzlich ist zu sagen, daß verschiedene innere und äußere Druckgradienten, die auf den Schädel einwirken, sein Wachstum wesentlich bestimmen. Der Teil des Schädels, der das Hirn nach außen hin umschließt, ist bis lange nach der Geburt weitgehend aus relativ weichem Knorpel. Er verknöchert erst langsam über Monate. Die inneren Druckgradienten, die eng im Zusammenhang stehen z.B. mit der Hirnflüssigkeit und dem Hirnwachstum, der Durchblutung und der Atmung, führen in der Regel zu einer fast kugelförmigen und weitgehend symmetrischen Ausbildung der Kopfform.

Jeder zu starke und zu lange andauernde äußere Druck auf den Schädel während seines frühen Wachstums kann zu einer bleibenden Formveränderung führen, meist zu einer Abflachung der Druckstelle und Verschiebung des Schädels in Form eines Parallelogramms. Zu frühe Verknöcherungen der Schädelnähte verursachen meist andere Formveränderungen.

Zeitpunkt und Zonen der Verknöcherung der Schädelplatten und -nähte sind abhängig von Lagerungsdruck, Hirndruck, Kaudruck, Bewegungsentwicklung usw. Manchmal können einzelne Schädelnähte aber auch Zonen am Kopf durch wiederholte Schleimhautenzündung oder bedingt durch Infektionen im Wachstum zurückbleiben. Eine zu frühe Verknöcherung einzelner Stellen der Schädelnähte ist ein Krankheitszeichen. Eine genaue Kenntnis der zeitlichen Entwicklungsveränderungen am Kopf ist deshalb notwendig.

Kopfabflachung und einseitige Körperhaltung - Folge von Erkrankung oder funktioneller Störung?

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, daß der Kopf des Kindes bei der Geburt bereits asymmetrisch WAR oder sich NACH der Geburt abzuflachen begann. Abflachung oder asymmetrische Verformung des Kopfes kann, zusammen mit einer einseitigen Verschiebung der Ohrachse gegenüber der mittleren Scheitellinie, entweder durch zu frühe Synosthosen ( Verknöcherungen ) verschiedener Stellen im Bereich der Schädelnähte oder durch zu starken, langandauernden Lagerungsdruck auf den Kopf des Ungeborenen im Mutterleib oder des Neugeborenen verursacht sein. Beim Säugling geschieht dies in der Regel durch Lagerungsfehler.

"Weiches" 6 Monate Zeitfenster - Warum wird der Hinterkopf meines Säuglings NACH der Geburt flach?

Zumeist entsteht eine Kopfabflachung erst nach der Geburt. Liegt keine Erkrankung vor, so hat dies zumeist folgende Ursache: Säuglinge entwickeln ihre Haltekraft im Rücken, durch Rückbeugung von Kopf und Rumpf. So können Babies zuerst den Kopf mit der Nackenmuskulatur anheben, wenn sie auf dem Bauch liegen. Mit der Zeit entwickelt sich dann auch die Muskulatur im unteren Rücken und die Beine können den Körper in Bauchlage nach vorne schieben.

Ein Baby reagiert meist durch eine reflektorische Einheit in seinen Bewegungsmustern. Dies nutzt man in der Medizin zu Testzwecken. Ein Baby reagiert auch schon bei leichten Problemen im Bauchbereich mit diesen reflektorisch einheitlichen Mustern. Dies kann eine Haltung sein mit verstärkter Seitneigung und Rückbeugung. Derartige Muster beziehen Becken, Rumpf, Schultergürtel, reflektorische Armhaltung und Kopf mit ein, der deshalb nach hinten gedrückt oder in Rücklage auch zur Seite geneigt, gedreht und nach hinten gedrückt wird.

Früher legte man Säuglinge deshalb vor allem auf den Bauch, damit sie sich besser entwickeln. Sie konnten sich bei Blähungen oder zur Bewegungsentwicklung nach hinten beugen, ohne dabei den Kopf in eine Unterlage zu pressen, wie das eben in der Rückenlage automatisch der Fall ist. Ist nun die Unterlage zum Liegen zu hart genählt, dann kommt es durch den Anpreßdruck in Rückenlage zur zentralen oder seitlichen ( "Parallelogramm" - Schädel ) Abflachung des Hinterkopfes mit Verschiebung der Ohrachse. Dies ist um so mehr der Fall, je stärker der Rückbeugereflex des gesamten Körpers durch Beschwerden oder durch die normale Bewegungsentwicklung ist.

Früher wickelte man Säuglinge auf spezielle Art von Kopf bis Fuß ein mit mehreren versetzt gelegten Dreieckstüchern. Dies stabilisierte Kopfhaltung und Rumpf, erleichterte dem Säugling den Umgang mit Blähungen und vermindert so die reflektorische Rückbeugung.

Kopfabflachung als Folge der modernen SIDS Lagerung zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods

Zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods (SIDS) wird seit einigen Jahren eine permanente Rücklage und eine harte "Babymatratze" empfohlen. Allerdings zeigt sich beim Studium anderer Kulturen, daß eine jede zu starke oder zu lange Zeit andauernde Druckbelastung auf den Kopf des Säuglings, gewollt oder unbeabsichtigt, Folgen hat auf seine Form. Sie hat sich die Zahl der einseitigen Kopfabflachungen bei Säuglingen durch die gegen ( SIDS ) empfohlene Rückenlagerung vervielfacht. Dies liegt zumeist an falschen Lagerungstechniken, vor allem an zu harten Unterlagen für die weichen Köpfe.

Handelt es sich um eine zu harte Unterlage, so können die als Abhilfe angepriesenen Lagerungskissen mit Kuhle für den Kopf, dummerweise gerade an den Stellen nicht gepolstert sein, wo gerade Polsterung notwendig wäre. Ich empfehle bei Kopfabflachung je nach Alter des Babys unterschiedliche Lagerungsmethoden und Konstruktionen der Unterlage. Eine nicht durch zu frühen Verschluss der Schädelnähte oder andere Krankheiten bedingte Abflachung des Kopfes ist also nicht "lagebedingt", sonder eher "lagerungstechnisch bedingt". Deshalb untersuche ich nicht nur den Säugling nach den Ursachen für einseitige Körperhaltung oder bevorzugte Kopfdrehung, sondern auch seine Lagerung.

Einseitige Körperhaltung sind meist Folgen einer funktionellen Störung, Kopfabflachung oft deren Folge.

Wird eine bestimmte Haltung oder Bewegungsmuster vermieden, ist aber tendenziell möglich und veränderbar, so kann es sich z.B. auch um eine Schonhaltung oder um eine Schwäche der Rumpfwand handeln. Diese funktionellen Beschwerden und Probleme werden meist im ersten Lebensjahr mit dem Wachstum deutlich besser. In dieser Zeit gibt es auch bestimmte Zeitfenster der Entwicklung die man durch gezielte Förderung und Behandlung unterstützen kann.

Ausdrücklich warnen möchte ich davor, die in manchen Fällen begleitend auftretenden Verspannungen der Muskulatur der oberen Kopfgelenke als ursächlich für ein schiefes Schädelwachstum anzusehen. Die Behauptung "KISS" - Kopfgelenk-Induzierte-Symmetrie-Störung" ) ist oft eine Modediagnose. Sie basiert auf der falschen "Atlas-Theorie" , welche über viele Jahrzente lang in der Chiropraktik vertreten wurde. Ich bin nicht der Meinung, Verdauungs- oder Verhaltensprobleme der Säuglinge und Kinder kämen primär von einer Fehlstellung der oberen Kopfgelenke.

In seltenen Fällen von Nackensteifigkeit oder funktioneller Kopfschiefhaltung, die nach schwierigen Geburtspositionen ( z.B. "Sterngucker"-Einstellungsanomalie ) auftreten können, behandele ich mit speziellen Techniken. Sehr selten gibt es Fälle, in denen ein Problem im Kopfgelenksbereich von Geburt an vorliegt. In diesen Fällen einer fixierten Schiefhaltung des Kopfes können Fehlbildungen der Halswirbel oder der Weichteile des Halses und weitere Erkrankungen vorhanden sein. Dies muß medizinisch untersucht und behandelt werden.

Bei einer seit Geburt vorhandenen Schiefhaltung des Kopfes ohne krankhafte Ursache, können einseitige Funktions- oder Anspannungsmuster der Halsmuskulatur vorhanden sein. So kann der Kopf in der Regel relativ frei zur Seite gedreht werden, hat aber zu einer Seite hin eine Bewegungseinschränkung. Diese Muster kann man, je nach Ursache, mit verschiedenen Verfahren spezifisch ( auch manuell ) angehen.

Bei Kopfablachung und asymmetrischem Wachstum des Kopfes muß man IMMER untersuchen!

Bei asymmetrischem Schädelwachstum ist immer eine Synosthose ( Verknöcherung ) der Schädelnähte auszuschließen. Das kann schonend und einfach in einer Kinderklinik mit den entsprechenden bildgebenden Verfahren untersucht werden.

Vor allem hat umgehend eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds zu erfolgen, um einen evtl. erhöhten Hirndruck auszuschließen.

Asymmetrien, die durch frühzeitig einseitige Verknöcherung hervorgerufen werden, kommen nicht sehr häufig vor. Es bedarf einiger Tasterfahrung, um dies schon bei der Untersuchung mit den Händen zu vermuten. Sie werden deshalb oft mit den wesentlich häufigeren lagerungs- bzw. lagebedingten Schädelasymmetrien verwechselt.

Die sehr häufig gehörte falsche Meinung ist die, man müsse nichts tun, das verwachse sich wieder. Dies trifft in der Regel nur auf die übliche, leichte Verschiebungen der Schädelnähte durch den Geburtsvorgang zu. In der überaus häufigsten Zahl der Fälle ist ein asymmetrisches Schädelwachstum und ein einseitiger Flachkopf durch Lagerungsfehler bedingt (z.B. durch eine zu harte Unterlage). Man nennt das medizinisch einen LAGEBEDINGTEN Plagiocephalus (auch Plagiozephalus) - eine einseitige Abflachung oder Brachycephalus bzw. Brachyzephalus- eine zentrale Abflachung am Kopf. Dies kann zu einseitiger Funktionsweise führen.

Um bei einer unsicheren Situation und unklaren Ursachen für Schädelasymmetrien bei Babys die Gefahr erhöhten Hirndrucks oder anderer Anomalien im Bereich des Gehirns oder der Schädelhülle auszuschließen, muß man immer untersuchen! Die Basisuntersuchung hierfür ist immer die Sonographie des Schädels eines Babys, evtl. bedarf es auch eines Röntgenbildes.

Schreien Babies oft, sind unruhig oder tränen die Augen, ist immer eine Hirndrucksteigerung auszuschließen. Ursachen dafür können auch angeborene Arachnoidalzysten sein. Dies sind flüssigkeitsgefüllte Höhlen infolge einer Aufspaltung / Verdoppelung der Arachnoidea, (Spinnwebhaut) / Spaltbildung zwischen Arachnoidea und Pia mater (weiche Hirnhaut). Asymmetrisches Schädelwachstum und teilweise Verformung der angrenzenden Hirnabschnitte ist dadurch möglich. Die Untersuchung auf Arachnoidalzysten kann vor der Geburt (Ultraschall) oder nach der Geburt (Ultraschall / MRT) erfolgen. Statistisch findet man Arachnoidalzysten bei männlichen Säuglingen viermal häufiger als bei weiblichen Säuglingen. Bei parallel dazu auftretenden Verknöcherungen der Schädelnähte oder von Anomalien im Bereich von Schädelbasis oder Wirbelsäule können zusätzliche CT Aufbnahmesequenzen eine 3D Darstellung des Schädels notwendig machen.

Warum will mein Kind nur auf einer Seite liegen, hält den Kopf schief oder dreht ihn zu einer Seite?

Die wahren Ursachen für solche Körpermuster müssen zuerst medizinisch fachübergreifend untersucht und eventuell auch medizinisch behandelt werden. Eine reine Schiefhaltung des Kopfes, ohne gleichzeitig auftretende, einseitige C förmige Haltung des Rumpfes ist selten. Ich habe beobachtet, daß sich Kopfformen, C - Haltungen des Körpers und Bewegungsmuster unterscheiden, wenn sie durch Erkrankungen, Blähungen, Lagerungsfehler, einseitigen Lagerungsruck während der Schwangerschaft ( z. B. Zwillingsschwangerschaft ) oder durch einseitige Synosthosen ( Verknöcherungen ) am Kopf entstanden sind.

Liegt keine Erkrankung und kein medizinischer Handlungsbedarf vor, dann ist eine Seitneigung oder angespannte Rückbeugung des Rumpfes entweder Ausdruck von funktionellen Beschwerden oder von emotionaler Erregung bis hin zu Protest oder Wut. Vielleicht weigert das Baby sich auch, die Beine anzuziehen oder die Arme vor dem Körper zusammenzubringen? Wird diese Haltung mit erhöhtem Tonus der Muskulatur oft und über längere Zeit beibehalten und läßt sich der Säugling trotz aller Bemühungen nicht auf eine andere Seite zum Liegen bringen, dann kann bei zu harter Unterlage eine Kopfabflachung die Folge sein. Wurden Erkrankungen und Anomalien ausgeschlossen, dann sind sehr oft auch Verdauungsbeschwerden die Ursache.

Meist verursachen ein ungüstiges Saugverhalten des Babys an der Brust, der aktuelle Nährstoffgehalt der Muttermilch oder reizende Nahrungsbestandteile einer Ersatznahrung, ein zu spätes Stillen, Streß beim Stillen oder eine ungünstige Stillposition die Beschwerden im Bauchbereich. Auch können Empfehlungen von "Experten", den Säugling schreien zu lassen und in längeren Abständen zu stillen, die Situation dramatisch verschlechtern. Weil aber auch die oben genannten Fehlbildungen und Asymmetrien Unruhe und Streß beim Säugling verursachen können ist es gefährlich, ohne ärztliche Untersuchung und ohne Verständnis der Ursachen, Babys pauschal als "Schrei und Spuckkinder" zu stigmatisieren. Also kann Schreien, Spucken und Schiefhaltung ein Hinweis auf Erkrankungen ODER auf funktionelle Beschwerden sein. Bei Veränderungen von Kopf, Brust, Bauch und Haut wird man also wie immer differenziert und nicht rein manuell vorgehen.

Es gibt Methoden von der Tradition der Flat-Head Indianer Nordamerikas bis hin zur Kopfchirurgie

Da der Kopf des Säuglings in den ersten Monaten noch sehr weich ist, wurde dieser Umstand in verschiedenen Kulturen dazu benutzt, durch leichten und ständigen Druck mittels Binden und anderen Materialien, den Kopf in eine symmetrisch runde oder eher längliche Form zu bringen. So wurden z.B. die Köpfe der Babys in der Nazca Kultur auf dem Gebiet des heutigen Peru mit sogenannten Scharnierbrettern so versorgt, daß eine längliche Kopfform mit hoher flacher Stirn entstand. Auf der Insel Malekula ( Indonesien ) und bei den Mangbetu (Kongo) wurden dazu Wickeltechniken am Kopf angewandt. Künstliche Turmschädel gab es bei asiatischen Völkern, z.B. bei nordiranischen Nomaden, bei Alanen und den Syginnen am Kaspischen Meer. Hippokrates nannte diese Völker Makrokephaloi, die manuelle- und Bandagetechniken angewandt hätten. Ebenso gibt es in verschiedenen Kulturen traditionelle Massagetechniken, um eine runde Kopfform zu erreichen. Man kennt in vielen Kulturen keine Kinderwagen, dafür aber spezielle Trage-, Lagerungs- und Wickeltechniken.

Helmtherapie?

Bei bereits eingetretenen Schädelasymmetrien ist die Therapie dann oft langwierig und nicht immer ist die Symmetrie wieder herstellbar. Immer wieder gibt es Versuche, mittels spezieller Bandagierungen oder mittels individueller, vom Orthopädiemechaniker angefertigter Orthesen ( z.B. Helm ) die eingedrückte Stelle zu entlasten. Da hierbei keine Drücke ausgeübt werden dürfen, erscheint mir dieses Verfahren als sehr kostspielig und hat selten Vorteil gegenüber einer Lagerungstechnik, die auch an den Befund angepaßt werden kann.

Es gibt auf diesem Gebiet nur Meinungen und Erfahrungen, weil keine Ethikkommission wegen einer rein lagerungsbedingten Kopfabflachung Studien an Säuglingen zulassen würde. Auch die Helmtherapie ist nur ein Versuch und eine der vielen Menungen auf diesem Gebiet. Sie ist sehr kostspielig und meiner Meinung nach gibt es günstigere und komfortablere Lösungen. Diese funktionieren meiner Erfahrung nach mindestens genausogut, wenn es um Entlastung geht.

Vor allem ist ein differenziertes Vorgehen notwendig. Dies kann eine manuelle Behandlung der oberen Kopfgelenke durchaus beinhalten. Aber auch andere Ursachen wie Nabelbrüche, anatomische Fehlbildungen oder Erkrankungen innerer Organe, Nahrungsunverträglichkeiten und vieles mehr ist bei "Schrei und Spuckkindern" in Betracht zu ziehen, um die Ursachen auch für eine Kopffehlstellung oder Kopfabflachung rechtzeitig zu beseitigen.

Bis zum Alter von einem Jahr kann man lagerungsbedingte Deformitäten am Schädel meist mit speziellen Lagerungsbedingungen behandeln. Voraussetzung dazu ist eine Lagerung das Säuglings auf einer entsprechend weichen Unterlage. Die Idee dabei ist die, daß kein Druck mehr von außen auf die abgeflachte Stelle ausgeübt werden kann.

Bei starken lagerungsbedingten Abflachungen oder bei Verknöcherung der Schädelnähte kann eine chirurgische Korrekturen notwendig sein. Sie erfolgt mit verschiedenen Methoden nach der Anfertigung von 3D Computermodellen in spezialisierten Kinderkliniken ab dem 4. Monat.

Blähungen, Kopfabflachung, einseitige Rumpf - Seitbeugung - Rückbeugung, Kopfdrehung - Was tun?

Eine umfassende körperliche Untersuchung und eine Beurteilung der Bewegungsmuster, der Haltung und des Verhaltens sind die Voraussetzung der Therapie. Auch eine Untersuchung der Eltern, v.a. der Mutter kann Hinweise für Ursachen der funktionellen Beschwerden des Säuglings liefern. Ich beachte auch die Alltagssituation und familiäre Konstellationen.

Ich arbeite systemisch und habe mit mehrjähriger Erfahrung und umfangreichen Weiterbildungen ein eigenes Behandlungskonzept entwickelt. Mein multimodales systemisches Konzept über funktionelle Beschwerden des Säuglings integriert die verschiedenen Sichtweisen einzelner Therapierichtungen. Über weitere Fragen berate ich Sie ausführlich nach Terminvereinbarung in der Kindersprechstunde der "Osteopathie Praxis im Klinikum Karlsruhe". In der Therapie behandele ich die funktionellen Probleme Ihres Kindes und berate Sie in Fragen von Verdauung, Ernährung, Stillen, Verhalten, Bindungssicherheit und Frühförderung.

Professionelle Osteopathie

Meine Methoden werden angewandt nach individueller Untersuchung gemäß dem wissenschaftlich medizinischen Standard und ausschließlich bei funktionellen Beschwerden. Ich informiere vorab über Nichtanwendbarkeit, Nebenwirkung und Risiken meiner Verfahren. Sie werden bei Kontraindikation nicht angewandt. Bei Verdacht auf organische Erkrankung würde ich Sie umgehend an einen Facharzt verweisen für die notwendige medizinische Abklärung gemäß aktueller AWMF Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften.

Hilfe bietet auch die AAK Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind e.V.
Zur AAK bitte   hier klicken.
Telefon: 02772 92870
Fax:        02772 92879

Osteopathie Praxis im Klinikum Karlsruhe
für Erwachsene Kinder Säuglinge Babys
Klaus Czepan
Heilpraktiker mit Ausbildung Osteopath
Moltkestr. 90     76133 Karlsruhe
Tel. 0721 974 2234

Hinweis: Ein ´Osteopath´ ist kein Beruf im Gesundheitswesen, sondern eine Weiterbildung. Deshalb sind im Gesundheitswesen folgende Berufsbezeichnungen unlauterer Wettbewerb: Osteopathen, Osteopath oder Osteopathin, auch Osteopath Karlsruhe, Osteopathen Karlsruhe, Kinderosteopath und Kinderosteopathin, sowie berufliche Gleichstellungen mit "und", wie Arzt und Osteopath, Heilpraktiker und Osteopath.

Hinweis: Osteopathie ist kein wissenschaftlich anerkannt therapeutisches Verfahren. Aufgrund der wechselvollen Geschichte existiert keine verbindliche Definition, was Osteopathie oder Kinderosteopathie genau sind. Ich praktiziere die professionelle, rational vernünftige Richtung der Osteopathie. Durch eine Behandlung kommt kein Behandlungsvertrag mit der Städt. Klinikum Karlsruhe gGmbH zustande.

Laut Urteil des LG Karlsruhe Az. 14 O 49/14 KfH III vom 14. November 2014 gibt es keine wissenschaftlich abgesicherten Indikationen für manuelle osteopathische Behandlung zur Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden.

Es gibt auch keine Anwendungsempfehlungen für Osteopathie in bestimmten Lebensphasen, wie: Osteopathie sei gut in der Schwangerschaft, gut für Kinder und Babys, da eine dauerhaft positive Auswirkung nicht belegt ist. Derartige Werbung ist ein Verstoß gegen § 3 Abs. 1 Ziff. 2 HWG Heilmittelwerbegesetz durch die Abgabe falscher Wirkungsversprechen.

© Copyright und Urheberrecht Klaus Czepan
Begriffe finden Sie erklärt auf der Seite Lexikon